Wirtschaft

"Sind wie füreinander gemacht" SAP-Konkurrent kauft Chat-Dienst Slack

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Slack konnte bislang nicht so stark vom Homeoffice-Trend profitieren wie die Konkurrenz.

(Foto: REUTERS)

Salesforce schlägt zu: Der Cloud-Pionier krallt sich den in Bedrängnis geratenen Messenger-Dienst Slack für 26 Milliarden Dollar. Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte des Unternehmens. Für die Kommunikationsplattform legt der SAP-Rivale sogar mehr Geld auf den Tisch als zuvor erwartet.

Der SAP-Konkurrent Salesforce verleibt sich den Bürochat-Anbieter Slack für 26 Milliarden Dollar ein. "Wir sind wie füreinander gemacht", feierte Salesforce-Chef Marc Benioff am Dienstag nach US-Börsenschluss die teuerste Übernahme in der Firmengeschichte. Zusammen würden beide Unternehmen den Trend befeuern, von überall auf der Welt arbeiten zu können. Salesforce, das in der Vergangenheit bereits stark über Zukäufe gewachsen ist, bezahlt den Preis in Aktien sowie Bargeld. An der Wall Street gaben die beiden Papiere nachbörslich nach.

Das Slack-Papier hatte seit Bekanntwerden von Insiderberichten über die anstehende Übernahme jüngst deutlich zugelegt. Salesforce legte nun noch mal mehr als ursprünglich erwartet auf den Tisch. Die Offerte kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Slack im Gegensatz zu vielen anderen Technologiekonzernen Probleme hat, vom Digitalisierungstrend in der Corona-Krise zu profitieren. Vor allem die scharfe Konkurrenz durch die Teams-Software von Microsoft, die häufig im Office-Bündel mitverkauft wird, erschwert es dem Unternehmen, zahlende Geschäftskunden zu gewinnen. Deswegen musste Slack zuletzt häufiger Rabatte gewähren, um nicht komplett durch Teams oder andere Anwendungen ersetzt zu werden.

Im weiterhin von der Corona-Krise dominierten dritten Geschäftsquartal zu Ende Oktober kletterte der Umsatz von Salesforce währungsbereinigt um 19 Prozent auf 5,42 Milliarden Dollar. Zugleich hob der Cloud-Pionier aus San Francisco seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr auf nunmehr rund 21,1 Milliarden Dollar erneut an. Dem Unternehmen, das den Markt für Kundenmanagement-Software (CRM) dominiert, kommt der Trend zum Homeoffice zugute. Dadurch müssen Firmen verstärkt auf Rechnerkapazitäten und Anwendungen aus der Cloud setzen, damit ihre Mitarbeiter aus der Ferne agieren können. Der deutsche Konkurrent SAP hatte im Oktober zum zweiten Mal die Prognose gesenkt.

Quelle: ntv.de, jpe/rts