Wirtschaft

Cloud-Geschäft weniger dynamisch SAP enttäuscht Anleger mit viertem Quartal

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Ende 2019 will SAP mehr als 100.000 Menschen beschäftigen.

(Foto: REUTERS)

Firmenchef McDermott ist zufrieden: SAP habe "alle Prognosen erfüllt oder übertroffen". Das Software-Unternehmen blickt in die Zukunft und plant, zahlreiche Mitarbeiter zum Abschied zu bewegen. Die Jahresbilanz des Dax-Konzerns stößt dennoch nicht auf Begeisterung.

Der Softwareriese SAP hat im abgelaufenen Jahr seine Ziele erreicht und verschreibt sich nun ein Restrukturierungsprogramm. Mitarbeitern werde der Vorruhestand angeboten, kündigte Firmenchef Bill McDermott bei der Vorstellung der Jahresbilanz an. SAP befinde sich in einer "schnelllebigen Industrie". Insgesamt wollen die Walldorfer bis zu 950 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Mitarbeitern den Abschied schmackhaft zu machen. Ende 2018 zählte SAP knapp 96.500 Beschäftigte. Ende 2019 will der Konzern trotz der Maßnahmen bei mehr als 100.000 liegen.

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SAP 117,12

Der Dax-Konzern habe "alle Prognosen erfüllt oder übertroffen" erklärte Firmenchef McDermott. Der Jahresumsatz kletterte währungsbereinigt um elf Prozent auf 25,96 Milliarden Euro - im Oktober hatte SAP Erlöse von mindestens 25,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das Betriebsergebnis wuchs um zehn Prozent auf 7,48 Milliarden Euro, hier hatte das Unternehmen mindestens 7,425 Milliarden Euro angepeilt.

Im vierten Quartal hatten vor allem die für das zukünftige Geschäft entscheidenden neuen Cloud-Buchungen an Dynamik verloren. Sie stiegen währungsbereinigt nur noch um 23 Prozent, nachdem es im Vorquartal noch zu einem Plus von 37 Prozent gereicht hatte. "Fluktuation ist absolut normal", sagte Finanzchef Luka Mucic. Anleger zeigten sich über die Bilanzzahlen enttäuscht. Zu Handelsbeginn rutschten die Aktien des Konzerns um 2,2 Prozent ab und waren damit einer der größten Verlierer im Dax.

Das stark wachsende Cloud-Geschäft befindet sich in einem Wandel, in dem noch unklar ist, wer letztlich die Nase vorn hat. SAP konkurriert unter anderem mit den US-Konzernen Salesforce, Oracle und Workday, die wie die Deutschen stark investieren. Erst vergangene Woche schloss SAP die im November bekanntgegebene acht Milliarden Dollar schwere Übernahme der US-Firma Qualtrics ab.

Operative Marge gefallen

McDermott gab sich auch angesichts der Zukäufe gewohnt siegessicher: "Wir werden gewinnen." Im laufenden Jahr soll das Betriebsergebnis maximal um 11,5 Prozent auf acht Milliarden Euro zulegen. Einen Ausblick auf den Umsatz will SAP nicht mehr geben, er soll allerdings "etwas geringer" als das Betriebsergebnis wachsen.

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung und einfacherer Wartungsmöglichkeiten verzichten immer mehr Firmen darauf, teure Software-Lizenzen zu erwerben. Sie kaufen stattdessen flexiblere Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig. Dies wie auch die hohen Investitionen belasten bei SAP seit vielen Quartalen die operative Marge. Im vierten Quartal fiel diese vor allem am Aktienmarkt vielbeachtete Kennzahl auf 33,2 Prozent nach 34,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr reichte es zu 28,8 Prozent. Mucic hatte eigentlich 29,8 Prozent angepeilt und versprach nun, die Trendwende sei eingeleitet.

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Quelle: n-tv.de, fzö/rts

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