Wirtschaft

"Schnell reagiert" SAP trotzt Corona-Krise

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Das SAP-Geschäft funktioniert auch in der Corona-Krise.

(Foto: picture alliance / dpa)

Homeoffice, Homeschooling, E-Learning: In der Coronavirus-Pandemie profitieren davon vor allem Softwareunternehmen, die einen Teil ihrer Geschäfte mit Cloud-Computing abdecken. SAP gehört dazu, die vorläufigen Quartalszahlen zeigen das eindrucksvoll.

Europas größter Softwarehersteller SAP kommt bisher gut durch die Corona-Krise. Im zweiten Quartal sei das Betriebsergebnis währungsbereinigt um sieben Prozent auf 1,96 Milliarden Euro geklettert, teilte der Dax-Konzern unter Berufung auf vorläufige Zahlen mit.

"Unsere schnelle Reaktion auf die Krise auf der Kostenseite förderte einen starken Anstieg des Betriebsergebnisses und der Marge", sagte Finanzchef Luka Mucic. Um die Kosten zu zügeln, stellt SAP seit Beginn der Pandemie weniger neue Mitarbeiter ein und verzichtet auf Geschäftsreisen. Die am Aktienmarkt viel beachtete operative Marge kletterte um 1,6 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent. SAP bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr.

Flexiblere Web-Abos

Im April hatte Europas wertvollster Technologiekonzern in Reaktion auf die Krise den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt und dies damit begründet, dass das Neugeschäft nahezu zum Erliegen gekommen ist. Dank der breitgefächerten und über die Welt verteilten Kunden sowie des immer wichtiger werdenden Cloud-Geschäfts sei das zweite Quartal "gut bewältigt" worden, sagte Mucic.

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Der zunehmende Verkauf von flexibleren Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig, macht SAP konjunkturunabhängiger. Während die Cloud-Erlöse von April bis Juni um 18 Prozent zulegten, gab das traditionelle Softwarelizenzgeschäft um 18 Prozent nach. Am Ende reichte es zu einem leichten Plus des Gesamtumsatzes um ein Prozent auf 6,74 Milliarden Euro.

US-Rivale Oracle beschrieb zuletzt größere Probleme: "Im Verlauf des Quartals haben wir einen Rückgang bei den Deals erlebt, vor allem in den Industrien, die von der Pandemie besonders betroffen sind", sagte Firmenchefin Safra Catz über das Ende Mai abgelaufene Quartal. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, will SAP-Firmenchef Christian Klein weiterhin in Wachstumsmotoren investieren. Beispielsweise in die branchenspezifische Cloud, sagte Klein, der das Unternehmen nach dem Abgang von Co-Chefin Jennifer Morgan erst seit wenigen Monaten allein führt.

Welche Richtung SAP in Zukunft einschlägt, wird künftig auch der neu berufene Unternehmensentwicklungs- und Strategiechef Anuj Kapur mitbestimmen. Der frühere Cisco-Manager solle helfen, Trends frühzeitig zu erkennen, sagte Klein.

Quelle: ntv.de, Nadine Schimroszik, rts