Wirtschaft

Ungewöhnlicher Vorgang Saudis geben Frau Top-Position in Ölkonzern

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Zwischen 2008 und 2012 hatte Elsenhans unter anderem die Leitung des Ölraffinerie-Konzerns Sunoco inne.

(Foto: REUTERS)

Ein eher seltenes Ereignis im streng muslimischen Saudi-Arabien: Erstmals zieht eine Frau in den Verwaltungsrat des staatlichen Ölförderkonzerns Saudi Aramco ein. Managerin Elsenhans hat sich in der Branche bereits einen Namen gemacht.

Im Vorfeld seines milliardenschweren Börsengangs hat der Ölkonzern Saudi Aramco erstmals eine Frau in den Verwaltungsrat berufen. Lynn Laverty Elsenhans gehöre zu den fünf neuen Mitgliedern, teilte das saudiarabische Unternehmen mit. Das Gremium wird zudem internationaler besetzt. Zu den fünf neuen Mitgliedern im insgesamt elfköpfigen Verwaltungsrat gehören auch Peter Cella, früherer Chef von Chevron Philips Chemical, und Andrew Liveris, Chef von Dow Chemical.

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Saudi Aramco plant den Sprung auf das Handelsparkett Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres. Es könnte der größte Börsengang aller Zeiten werden. Das Königreich will fünf Prozent des Konzerns an die Börse bringen und damit rund 100 Milliarden Dollar einnehmen. Die Papiere sollen in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz gelistet werden.

Die Ernennung einer Frau in eine hohe Management-Position ist im streng muslimisch ausgerichteten Königreich sehr selten. In der Ölbranche hat sich Elsenhans bereits einen Namen gemacht. Zwischen 2008 und 2012 hatte sie hohe Positionen bei dem Ölraffinerie-Konzern Sunoco inne, darunter den Chefposten.

Zuvor arbeitete sie 28 Jahre für den britisch-niederländischen Rohstoffriesen Royal Dutch Shell. Das Magazin Forbes zählte sie 2008 zu den weltweit einflussreichsten Frauen. Derzeit sitzt sie im Verwaltungsrat von GlaxoSmithKline.

Mit einem massiven Privatisierungsprogramm will Saudi-Arabien in den kommenden zwei Jahren mehr als 10.000 Arbeitsplätze schaffen. Das Land will sich dafür im großen Stil von Firmenbeteiligungen trennen und damit seine Abhängigkeit von Öl-Einnahmen verringern. Die "Vision 2030" soll insgesamt rund 300 Milliarden Dollar in die Staatskasse spülen, davon 200 Milliarden durch Privatisierungen unter anderem der Post, von Häfen und Energie-Unternehmen.

Quelle: ntv.de, kst/rts