Wirtschaft

Vorbehalte gegen New York Saudis suchen Börsenplatz für Aramco

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Uneinigkeit im saudischen Kabinett über den Börsenplatz.

(Foto: REUTERS)

Saudi-Arabien will seinen Ölproduzenten Aramco zum größten börsennotierten Unternehmen machen. Allerdings gibt es in Riad noch Diskussionsbedarf hinsichtlich des Handelsortes. Aramco-Verwaltungschef Falih favorisiert London.

Zwei Jahre nach der Ankündigung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, den staatlichen Ölproduzenten Saudi-Arabiens, Aramco,  zum größten börsennotierten Unternehmen der Welt zu machen, stocken die Vorbereitungen für den Börsengang an der entscheidenden Frage, wo die Aktien notiert werden sollen.

Der Kronzprinz präferiere einen Börsengang des Ölriesen an der New York Stock Exchange (Nyse), sagten Insider. Doch externe Berater und Unternehmensvertreter hätten hinter verschlossenen Türen davor gewarnt, dass das saudische Königreich dann von Aktionären und Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trage Center verklagt werden könnte. Zu den Warnern gehöre auch der mächtige Aramco-Chairman und Energieminister des Landes, Khalid al-Falih.

Nun werde darüber diskutiert, Aramco ausschließlich an der saudischen Börse Tadawul zu notierten. Doch die Berater haben Bedenken, dass die Börse nicht in der Lage wäre, den Anstieg des Handelsvolumens, den ein solch riesiges Unternehmen mit sich bringen würde, zu bewältigen: Der Marktwert des Ölkonzerns wird auf 1,3 bis 2 Billionen US-Dollar geschätzt, die Marktkapitalisierung aller an der Börse in Riad notierten Aktien beträgt in Summe derzeit nur 451 Milliarden Dollar.

IPO in diesem Jahr?

Die Börse Saudi-Arabiens steht internationalen Investoren zudem erst seit 2015 offen. Und während die meisten globalen Börsen mehrere Depotbanken haben, um den Handel mit Aktien zu erleichtern und zu verfolgen, hat der Tadawul nur eine einzige: HSBC Holdings.

Eine reine Tadawul-Notierung würde wahrscheinlich von einer Investition eines Staatsfonds aus Ländern wie China, Russland, Singapur oder den Vereinigten Arabischen Emiraten begleitet werden, sagten einige der Informanten. Falih bevorzuge eine Notierung an der London Stock Exchange (LSE), da die rechtlichen Risiken in der britischen Hauptstadt geringer seien. Das saudische Kabinett sei sich in der Frage uneinig, war zu hören.

Die Aussichten auf einen internationalen Börsengang schon 2018 lägen in weiter Ferne. Andere Personen halten einen IPO noch in diesem Jahr aber für möglich, wenn sich der Kronprinz bald für eine Börse entscheidet.

"Wir hoffen, dass 2018 der richtige Zeitpunkt ist, aber letztendlich müssen wir sicherstellen, dass der Markt bereit ist", sagte Falih in der vergangenen Woche in Davos, als er von Reportern nach einer möglichen Verzögerung gefragt wurde. "Wir werden das kalibrieren, wenn wir näher kommen."

Quelle: ntv.de, wne/DJ

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