Wirtschaft

Vermögensportfolios verkauft Sberbank Europe kann Insolvenz abwenden

imago0152583494h.jpg

In Deutschland hatte die Bank unter der Marke Sberbank Direct mit vergleichsweise hohen Zinsen Anleger gelockt.

(Foto: IMAGO/SKATA)

Die Sberbank Europe gerät nach Sanktionen gegen Russland in Schieflage. Anfang März untersagen die Aufsichtsbehörden mit sofortiger Wirkung den Geschäftsbetrieb. Betroffen sind fast ausschließlich deutsche Privatkunden. Eine Insolvenz kann die Bank nun doch noch abwenden.

Die Europa-Tochter der russischen Sberbank wird vor dem Hintergrund drohender EU-Sanktionen geordnet abgewickelt. Durch den Verkauf des Vermögensportfolios sei eine Insolvenz abgewendet worden, teilte die in Wien ansässige Sberbank Europe AG mit. Die Spareinlagen werden nach Angaben des Instituts vollständig zurückgezahlt.

Anfang März hatte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) die Bank angeordnet, die Geschäftstätigkeit einzustellen. Außerdem setzte die FMA einen staatlichen Verwalter ein. Grund war ein drohender Ausfall der Bank. Laut Sberbank Europe wurden von der österreichischen Einlagensicherung insgesamt 926 Millionen Euro an Kundinnen und Kunden in Europa ausgezahlt.

In Deutschland hatte die Bank unter der Marke Sberbank Direct mit vergleichsweise hohen Zinsen Anleger gelockt. Diese 926 Millionen Euro habe die Bank nun an die Einlagensicherung Austria zurückgezahlt, hieß es. Spareinlagen, die über den gesicherten Höchstbetrag von 100.000 Euro hinausgehen, würden nun ebenfalls an Kunden ausbezahlt. "Die Sberbank Europe AG setzt hiermit die geordnete Abwicklung fort", teilte das Institut mit.

Die EU-Kommission wollte noch am Abend ihren Vorschlag für ein sechstes Sanktionspaket gegen Russland an die Mitgliedstaaten der Europäischen Union übermitteln, das nach dpa-Informationen auch Maßnahmen gegen die Sberbank enthalten soll. Es wurde damit gerechnet, dass das Paket am Mittwochmorgen öffentlich im EU-Parlament präsentiert wird. Die Sberbank steht mehrheitlich im Eigentum des russischen Staates.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen