Wirtschaft

Neues Geschäftsfeld für Halloren Schokofabrik will Immobilieninvestor werden

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Der Absatz der berühmten Halloren-Kugeln läuft nicht wie erhofft.

(Foto: imago/Steffen Schellhorn)

Kaum ein Markt läuft in Deutschland derzeit so gut wie der Immobilienmarkt. Wesentlich schlechter laufen dagegen die Geschäfte des Schokoladenherstellers Halloren: Die Rohstoffkosten steigen, während der Handel die Kosten drückt. Was liegt da näher als ein Ausflug in die Boombranche der Stunde.

Deutschlands ältester Schokoladenhersteller, Halloren aus Halle, will künftig im Immobiliengeschäft mitmischen. Auf der Hauptversammlung am 30. August sollen die Aktionäre über eine Satzungsänderung abstimmen, nach der "die Gesellschaft zu Erwerb, Errichtung, Verwaltung, Vermietung, Bewirtschaftung und zur Projektentwicklung von Immobilien aller Art berechtigt, aber nicht verpflichtet" ist. Das geht aus der im Tagesordnung der Veranstaltung hervor, über die unter anderem die "Welt am Sonntag" berichtet.

Dabei zielt das Unternehmen offenbar auf den boomenden Wohnungsmarkt. "Insbesondere können Immobilien - auch ausschließlich für die Nutzung durch Dritte - modernisiert, entwickelt, geplant oder neugebaut werden", heißt es in dem Antrag. Im Mittelpunkt sollen allerdings auch weiterhin Produktion und Vertrieb von Süßwaren stehen.

Die geplante Satzungsänderung sieht zudem eine Strukturänderung vor. Damit soll Halloren einerseits unabhängiger von Zulieferern werden, andererseits sollen auch Zukäufe, Ausgliederungen oder Gründungen möglich sein, wie es weiter heißt. Ein Unternehmenssprecher sagte der "WamS", auf der Hauptversammlung sollten nähere Details zu den Plänen genannt werden. Der hinter dem Mehrheitseigner von Halloren, Charlie Investors, stehende Geschäftsmann Darren Ehlert, ist bereits in der Immobilienbranche tätig.

Halloren steht unter Druck. 2018 sank das Ergebnis nach Steuern auf rund 790.000 Euro, nach 11,2 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz halbierte sich fast auf rund 57 Millionen Euro, auch wegen des Verkaufs von Aktivitäten. Das Unternehmen erwartet wegen des Wettbewerbs im Lebensmittelhandel einen noch stärkeren Preisdruck. Auch die schwankenden Rohstoffpreise etwa für Kakao machen Halloren zu schaffen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa