Wirtschaft

Bahnen fahren langsam Schwedens marode Schienen halten Züge auf

imago70044803h.jpg

Schwedische Fahrgäste müssen sich auf Verspätungen und längere Reisezeiten einstellen.

(Foto: imago/Lars Berg)

Bahnkunden in Schweden müssen sich auf Verspätungen und längere Fahrtzeiten einstellen. Die Züge dürfen nicht mehr so schnell fahren, weil Schienen, Brücken und Weichen beschädigt sind. Die schwedische Regierung kündigt Millioneninvestitionen an.

Schwedens Bahnkunden müssen sich auf umfangreiche Verspätungen einstellen: Weil das Eisenbahnnetz des Landes marode sei, dürften die Züge auf dutzenden Verbindungen nicht mehr so schnell fahren wie sonst, berichtete der Rundfunksender SVT. Laut der für die Instandhaltung des Netzes zuständigen Verkehrsbehörde Trafikverket gibt es auf 69 Strecken oder Streckenabschnitten Probleme mit Oberleitungen, Schienen, Weichen oder Brücken.

"Wenn wir einen Verschleißpunkt feststellen, sind wir verpflichtet, die Geschwindigkeit zu reduzieren", erklärte Trafikverket-Sprecher Bengt Olsson. Empfehlungen der Behörde vom Juni raten etwa auf der Strecke zwischen der Hauptstadt Stockholm und der zweitgrößten Stadt Göteborg stellenweise zu maximal 130 Stundenkilometern - normalerweise wird die Verbindung mit 200 Stundenkilometern gefahren.

Die Fahrt zwischen Stockholm und Göteborg dauert normalerweise drei Stunden und 20 Minuten. Mit der Geschwindigkeitsreduzierung verlängere sich die Fahrt um zehn bis 20 Minuten, erklärte die schwedische Bahngesellschaft SJ.

Investitionen sind geplant

Das schwedische Bahnnetz umfasst rund 12.000 Kilometer Schienen und erstreckt sich über rund 2000 Kilometer von Nord nach Süd und rund 500 Kilometer von West nach Ost. Die Anlagen leiden besonders unter dem Wetter. Jeden Winter bleiben Züge auf offener Strecke stecken, Verbindungen werden durch Blätter auf den Schienen und Schneeverwehungen lahmgelegt, Oberleitungen durch die Schneelast beschädigt oder die Mechanik der Züge friert ein.

Hinzu kommt ein deutlicher Rückstand bei der Instandhaltung des Netzes, was immer wieder zu vorübergehenden Sperrungen und zu Verspätungen führt. Im vergangenen Jahr beschloss die schwedische Regierung, bis 2018 mehr als vier Milliarden Kronen (etwa 400 Millionen Euro) in das Schienennetz zu investieren.

Quelle: ntv.de, lsc/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.