Wirtschaft

Neues Gesicht in der Geldpolitik Senat winkt Trumps Wunschkandidat durch

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Machtzentrale der US-Geldpolitik: In den Büchern der Zentralbank türmen sich billionenschwere Werte aus dem Wertpapierkaufprogramm.

(Foto: REUTERS)

Der personelle Umbau der US-Notenbank Fed geht weiter: In Washington geben die Senatoren grünes Licht für die Ernennung von Richard Clarida zur neuen Nummer zwei hinter Fed-Chef Powell. Der von Trump ausgewählte Ökonom bringt klare Vorstellungen mit.

US-Notenbankchef Jerome Powell bekommt einen neuen Stellvertreter: Der US-Senat stimmte mehrheitlich für den von US-Präsident Donald Trump ausgewählten Kandidaten Richard Clarida. Der Ökonomieprofessor der New Yorker Columbia-Universität dürfte geldpolitisch auf derselben Wellenlänge liegen wie sein künftiger Vorgesetzter bei der Federal Reserve (Fed), dessen Ernennung er einst als "kluge Wahl" bezeichnet hatte.

Der einflussreiche Vizeposten war seit rund einem Jahr unbesetzt. Damals hatte der renommierte Ökonom Stanley Fischer überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben. Er galt als enger Vertrauter der damaligen Fed-Chefin Janet Yellen, der Trump eine zweite Amtszeit verwehrte. Der Rückzug Fischers gewährte Trump die seltene Gelegenheit, mit der Neubesetzung von Chef und Vizechef der Notenbank deren künftigen Kurs auf Jahre hinaus zu beeinflussen.

Trumps Wunschkandidat

Powells neuer Stellvertreter verfügt über gute Beziehungen zur Politik: Clarida, ein Berater der US-Allianz-Tochter Pimco, hat als Ex-Staatssekretär im US-Finanzministerium unter dem früheren Präsident George W. Bush auch politische Erfahrung gesammelt. Der 61-jährige Republikaner war von Trump im April nominiert worden.

Clarida bezeichnet sich selbst als einen "führenden Experten der globalen Geldpolitik". Wiederholt hatte er sich in der Vergangenheit auch zu der Frage geäußert, wie die US-Notenbank ihren billionenschweren "Exit" aus dem geldpolitischen Krisenkurs gestalten sollte, ohne zugleich ein "Entgleisen" der Märkte zu riskieren.

Fed-Chef Powell setzt derzeit den unter seiner Vorgängerin Yellen begonnenen Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik fort. Zuletzt hoben die Währungshüter den US-Leitzins im Juni auf die aktuell gültige Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent an. An den Börsen wird mit einem weiteren Zinsschritt im September gerechnet.

Claridas Aufstieg an die Fed-Spitze markiert noch nicht das Ende der personellen Neuausrichtung der US-Notenbank. Nach dem Willen Trumps soll mit Michelle Bowman von der Bankenaufsicht in Kansas demnächst eine zweite Frau in das Fed-Direktorium einziehen. Dort war bislang Lael Brainard als einziges weibliches Mitglied vertreten. Bowman muss auch vom Senat bestätigt werden.

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Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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