Wirtschaft

Währungseffekten getrotzt Siemens-Ergebnis ist besser als erwartet

75c12b2e0bb324d6fef989a62d810109.jpg

Vor der Siemens-Zentrale in München.

(Foto: dpa)

Das dritte Geschäftsquartal läuft für das Dax-Schwergewicht Siemens erfolgreicher als prognostiziert - und das trotz widriger Wechselkurse. Unter dem Strich steht ein Milliardengewinn. Die Jahresprognose behält Siemens bei.

Siemens hat die Analystenerwartungen im dritten Quartal 2017/18 trotz widriger Wechselkurse übertroffen und die Prognosen für das Geschäftsjahr bekräftigt. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft stieg zwischen April und Juni um zwei Prozent auf 2,21 Milliarden Euro, wie der Industriekonzern in München mitteilte.

Analysten hatten dem Dax-Schwergewicht nur ein stagnierendes Ergebnis zugetraut. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, ohne den schwachen Dollar wäre er stabil geblieben. Der Auftragseingang erhöhte sich um 16 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro, ohne Währungseffekte wären es sogar 21 Prozent gewesen.

Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,21 Milliarden Euro. Das Minus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr war unter anderem auf eine stark gestiegene Steuerquote zurückzuführen.

Der Vorstand sieht sich damit in seinen Prognosen für das Geschäftsjahr 2017/18 (per Ende September) bestätigt: Das Ergebnis je Aktie soll auf 7,70 bis 8,00 Euro steigen, der Umsatz - ohne Währungseffekte - leicht zulegen. Die operative Umsatzrendite im Industriegeschäft wird zwischen elf und zwölf Prozent erwartet. Im dritten Quartal lag sie bei 11,0 Prozent.

Mit einem weiteren Umbau des Konzerns will Vorstandschef Joe Kaeser das Umsatzwachstum beschleunigen und die Rendite steigern. Mittelfristig wird eine operative Marge von 13 bis 14 Prozent angestrebt, wie Siemens am Mittwoch mitgeteilt hatte. Der Umsatz soll dann um vier bis fünf Prozent pro Jahr wachsen. Mit der "Vision 2020+", mit der mehr Verantwortung auf die drei vergrößerten Industriesparten verlagert wird, bereitet Kaeser den Konzern auf die Zeit nach dem Auslaufen seines Vertrages Anfang 2021 vor.

Achtköpfiger Vorstand bleibt im Amt

Eine wichtige Personalie vermeldete Siemens: Der Technologie-Vorstand von Siemens, Roland Busch, übernimmt zum 1. Oktober die Verantwortung für das komplette Tagesgeschäft. Der 53-Jährige sei vom Aufsichtsrat zum Chief Operating Officer (COO) ernannt worden, teilte der Konzern mit. Die herausgehobene Position gab es bei Siemens bisher nicht. Daneben bleibt Busch für die Zug-Sparte Siemens Mobility zuständig, die mit dem französischen Rivalen Alstom fusioniert werden soll.

Der Ende Juli 2019 auslaufende Vorstandsvertrag der Chefin des Energie- und Gas-Geschäfts, Lisa Davis, soll verlängert werden, wie der Aufsichtsrat beschloss. Die 54-Jährige galt als Wackelkandidat im Vorstand. Nun behält sie die Verantwortung für die vergrößerte Sparte "Gas and Power". Formal soll die Verlängerung im Spätherbst beschlossen werden.

Damit bleibt der achtköpfige Vorstand komplett im Amt. "Dieses erfahrene Team wird es uns ermöglichen, das Siemens der nächsten Generation zu formen", erklärte der neue Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe.

Quelle: n-tv.de, wne/rts