Wirtschaft

Konzerne buhlen um Patente Siemens liegt vor Huawei

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Patentrechte können über zukünftige Milliardenerträge entscheiden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wo in Europa entstehen die Erfolgsprodukte von morgen? Gemessen an der Zahl der beim Europäischen Patentamt eingereichten Patentanträge arbeiten die einfallsreichsten Köpfe in Bayern. Doch mit Macht drängt die Konkurrenz aus Übersee in den europäischen Markt.

Beim Europäischen Patentamt (EPA) sind im vergangenen Jahr mehr als 174.000 Patente zur Anmeldung eingegangen - das sind rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Etwas mehr als die Hälfte der Patentanträge kam dabei aus dem außereuropäischen Ausland, vor allem aus den USA, Japan und China. Aus Deutschland stammen allein 15 Prozent der Anmeldungen. Damit zählen deutsche Unternehmen zu den forschungsstärksten Firmen der Welt, wie die Behörde mit Sitz in München mitteilte.

"Die Ergebnisse des aktuellen Jahresberichts sind für die europäische Wirtschaft gute Neuigkeiten", erklärte EPA-Chef António Campinos. "Die Nachfrage nach Patentschutz steigt weiter, was bedeutet, dass Erfinder und Unternehmen Europa als einen attraktiven und wichtigen Technologiemarkt ansehen, in dem sich Innovationen und Investitionen lohnen."

Sechs Bundesländer in Europa vorn

Mit insgesamt 26.734 Erfindungen und technischen Lösungen reichten Antragsteller aus Deutschland etwa 4,7 Prozent mehr europäische Patente zur Anmeldung ein als im Vorjahr. Damit kommt Deutschland im Ranking des Patentamts auf Platz zwei hinter den USA mit 43.612 Anmeldungen, gefolgt von Frankreich, Japan und China. Die Zahl der insgesamt in Europa angemeldeten Patente stieg um 4,6 Prozent auf 174.317.

In der Rangliste der forschungsstärksten Regionen Europas führt Bayern vor der französischen Region um Paris, der Île-de-France, auf Platz 1. In den Top Ten der europäischen Regionen mit den meisten Patentanmeldungen ist Deutschland stark vertreten: Neben Bayern tauchen hier mit Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz fünf weitere deutsche Bundesländer auf.

Spitzenreiter in der Firmen-Rangliste des Europäischen Patentamts ist der Münchner Technologiegigant Siemens. Im vergangenen Jahr war der Dax-Konzern zum ersten Mal seit 2011 wieder das erfindungsreichste Unternehmen. Die Münchner meldeten im vergangenen Jahr Patentschutz für 2493 Erfindungen an und landeten damit knapp vor dem chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei und dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung. Auf Platz zehn folgt der Autozulieferer Bosch als nächstes deutsches Unternehmen.

Neues Forschungsfeld: E-Antriebe

Während weltweit gesehen Medizintechnik und digitale Kommunikation sowie Computertechnik die patentintensivsten Felder waren, liegen die Stärken der deutschen Firmen in anderen Bereichen. Die meisten Anmeldungen aus Deutschland entfielen auf die Technologiefelder Transport, Elektrische Maschinen, Geräte und Energie sowie Messtechnik, wie das Patentamt bekanntgab. Erfindungen im Zusammenhang mit Elektroautos machten einen Sprung um 71 Prozent im Vorjahresvergleich.

Eine Anmeldung zum Patent bedeutet allerdings noch nicht, dass die Erfindung auch tatsächlich geschützt wird. Bevor das Patentrecht erteilt wird, prüfen erst die rund 7000 Mitarbeiter der Behörde, ob die eingereichte Lösung tatsächlich neu ist. Insgesamt veröffentlichte das Patentamt im vergangenen Jahr rund 128.000 Patente.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/AFP

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