Wirtschaft

Konzern im Umbau Siemens überzeugt mit stabilem Geschäft

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Unter dem Strich verdiente Siemens mit 1,8 Milliarden Euro leicht weniger als im Vorjahr.

(Foto: dpa)

Im zweiten Geschäftsquartal schneidet Siemens besser ab als erwartet. Durchatmen kann vor allem die Kraftwerksparte, für die es neue Pläne gibt. Die neue Konzernstruktur, die seit April gilt, berücksichtigen die Münchner bei ihren Zahlen allerdings noch nicht.

Nach der Ankündigung, die Kraftwerksparte an die Börse bringen zu wollen, hat Siemens solide Quartalszahlen präsentiert. Der Umsatz des Technologiekonzerns legte im zweiten Quartal - vom 1. Januar bis zum 31. März 2019 - um vier Prozent auf knapp 21 Milliarden Euro zu. Die Auftragslage zog weiter an und stieg um rund sechs Prozent auf 23,6 Milliarden Euro, wie Siemens mitteilte. Das operative Ergebnis lag mit rund 2,4 Milliarden Euro um sieben Prozent über dem Vorjahresquartal. Zwar gilt seit April eine neue Konzernstruktur, doch die Zahlen präsentierten die Münchner noch nach altem Modell.

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Durchatmen konnte vor allem die Kraftwerksparte. Siemens-Chef Joe Kaeser hatte am Dienstag angekündigt, die Einheit auszugliedern und an die Börse zu bringen. Damit trennt sich Siemens von einem weiteren Kerngeschäft, das dem Konzern in der Vergangenheit aber vor allem Sorge bereitet hatte. Es ist ein Griff an die DNA des Unternehmens, wie Konzernchef Joe Kaeser erneut betonte. Dies hatten Aktionäre schon länger gefordert.

Großaufträge lassen auf bessere Zeiten hoffen

Weil die Konkurrenz erneuerbarer Energien immer stärker wird und auf dem Markt ein Überangebot an Gasturbinen herrscht, hat das Geschäft mit konventionellen Kraftwerken große Probleme. Auch im aktuellen Quartal ging der Umsatz um vier Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro zurück. Kaeser räumte ein, dass die konjunkturellen Hochzeiten der Branche erst mal vorbei seien.

Doch neue Großaufträge, etwa für ein Flüssiggasprojekt in Brasilien, lassen auf bessere Zeiten hoffen. Auch der Aufbau der Stromversorgung im Irak könnte für Siemens weitere Aufträge bedeuten. Das operative Ergebnis stieg deutlich um rund 38 Prozent auf 156 Millionen Euro. Grund dafür sind vor allem langfristige und lukrative Service-Aufträge für Wartung und Instandhaltung bestehender Anlagen, die sich nach und nach auszahlen.

Unterm Strich verdient Siemens leicht mehr

"Ich glaube, dass viele Wettbewerber sich wirklich wünschen würden, dass sie auch so kriseln würden, wie wir das angeblich tun", sagte Kaeser. Rund läuft weiterhin auch die Zugsparte, deren Fusion mit dem französischen TGV-Hersteller Alstom unlängst am Veto der EU-Kommission scheiterte. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um nahezu die Hälfte auf rund 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Unter dem Strich verdiente Siemens mit 1,8 Milliarden Euro leicht weniger als im Vorjahr, als 1,95 Milliarden Euro erzielt wurden. Marktexperten hatten einen deutlicheren Rückgang erwartet. Dabei wirkten sich Steuereffekte positiv aus. Im vergangenen Jahr hatte Siemens zudem von einem Sondergewinn profitiert.

Quelle: ntv.de, jki/dpa