Wirtschaft

Trump will ihn an der Fed-SpitzeSo reich ist Kevin Warsh

21.04.2026, 07:56 Uhr DSCF1383-2Von Jan Gänger
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Kevin Warsh ist ein vermögender Mann. (Foto: Bloomberg via Getty Images)

Donald Trump will Kevin Warsh als nächsten Chef der US-Notenbank installieren. Der 56-Jährige bringt ein Vermögen von mindestens 130 Millionen Dollar mit - und wäre damit der reichste Fed-Chef der Geschichte. Seine Beteiligungen sind nicht nur umfangreich, sondern teilweise undurchsichtig.

Kevin Warsh kommt der Spitze an der US-Notenbank Fed näher. Am heutigen Mittwoch erscheint er zur Anhörung im Senat. Ob der von US-Präsident Donald Trump nominierte 56-Jährige im parlamentarischen Verfahren rechtzeitig bestätigt wird, um wie geplant Mitte Mai die Nachfolge von Jerome "Jay" Powell anzutreten, ist offen. Fest steht allerdings: Warsh wäre der mit Abstand reichste Fed-Chef.

Vor der Anhörung hat Trumps Kandidat die erforderlichen Vermögensangaben eingereicht. Daraus ergibt sich, dass er mindestens 130 Millionen Dollar schwer ist. Sein tatsächliches Vermögen dürfte noch sehr viel höher sein. Und zwar selbst dann, wenn man die gemeinsamen Konten mit seiner Ehefrau nicht berücksichtigt. Warsh ist mit Jane Lauder verheiratet, einer Erbin des Kosmetik-Imperiums Estée Lauder. Ihr Vermögen wird auf rund 1,9 Milliarden Dollar geschätzt.

Die Auflistung seiner Vermögenswerte erstreckt sich über 69 Seiten. Warsh ist an hunderten Firmen und Fonds beteiligt. Der Wert dieser Beteiligungen lässt sich nur schätzen. Das liegt unter anderem daran, dass viele seiner Investitionen in der Aufstellung weder konkret bezeichnet noch bewertet sind - mit dem Hinweis auf "Vertraulichkeit". Bei Investitionen, für die eine Bewertung existiert, wird bei vielen nicht offengelegt, um welche Vermögenswerte es sich handelt. Dies liegt daran, dass Warsh an exklusiven Fonds beteiligt ist, die in Firmen investieren, die nicht an der Börse gelistet sind - und nicht öffentlich machen, welche das sind.

Warsh ist der Wall Street verbunden

Hinzu kommt, dass alle Bewertungen in einer Spanne angegeben werden, etwa zwischen "über einer Million bis fünf Millionen Dollar". Bei den beiden mit Abstand größten Positionen wird lediglich der jeweilige Mindestwert angegeben: 50 Millionen Dollar - weil die Anforderungen des offiziellen Formulars mit dieser Obergrenze enden.

Dabei handelt es sich um zwei undurchsichtige Fonds der privaten Vermögensverwaltung des legendären Investors und ehemaligen Hedgefonds-Managers Stanley Druckenmiller. Der tatsächliche Wert beider Beteiligungen dürfte insgesamt über 100 Millionen Dollar liegen und lässt sich nicht einmal schätzen. Das zeigt die begrenzte Transparenz der aktuellen Anforderungen und Messlatten bei der Vermögensaufstellung von US-Politikern und Spitzenbeamten, die an der Realität der Superreichen vorbeigeht.

In Trumps zweiter Regierung gibt es mehrere Mitglieder, die über erhebliches Vermögen verfügen - darunter der Präsident selbst, Finanzminister Scott Bessent, der zuvor als Hedgefonds-Manager tätig war, und Handelsminister Howard Lutnick, der ehemalige Chef der Investmentbank Cantor Fitzgerald. Das Vermögen von "Jay" Powell wird auf 55 Millionen Dollar geschätzt.

Warsh hat an den Elite-Universitäten Stanford und Harvard studiert und arbeitete zunächst beim Finanzriesen Morgan Stanley im Investmentbanking. 2002 wurde er Sonderberater des damaligen Präsidenten George W. Bush. Dieser ernannte ihn 2006 mit 35 Jahren zum jüngsten Gouverneur in der Geschichte der Federal Reserve. Bis 2011 saß er im Direktorium der US-Notenbank und war der Verbindungsmann des damaligen Fed-Chefs Ben Bernanke zur Wall Street während der Finanzkrise 2008.

Danach lehrte er an der Stanford University, blieb aber eng mit der Finanzwelt verbunden - als Investor, in Aufsichtsräten und als gut bezahlter Berater. Stanford zahlte Warsh im vergangenen Jahr ein Gehalt von 150.000 Dollar - eine Summe, die im Vergleich zu den Beratungshonoraren und Vergütungen von Dutzenden von Finanzkonzernen verblasst. Alleine die Vermögensverwaltung der Familie von Druckenmiller überwies ihm im vergangenen Jahr 10,2 Millionen Dollar.

Warsh hält Anteile an Dutzenden Startups, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sowie an mehreren Unternehmen mit Schwerpunkt auf Kryptowährungen. Er hat angekündigt, im Falle einer Bestätigung durch den US-Senat einen Großteil seiner Beteiligungen zu verkaufen. So will er Interessenkonflikte vermeiden.

Quelle: ntv.de

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