Wirtschaft

Tipps für das Depot So überprüfen Sie Ihre Sparpläne

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Es ist sinnvoll, ab und an seine Anlagestrategie zu überprüfen..

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

ETF-Sparpläne eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Doch nicht nur bei Turbulenzen an den Börsen ist es ratsam, die Strategie zu überprüfen. Was ist beim Depotcheck zu beachten?

Sparpläne mit börsengehandelten Indexfonds werden immer beliebter für die Altersvorsorge. Wie aus dem jüngsten Money Monitor des ETF-Anbieters Lyxor hervorgeht, haben Aktien-ETFs im Juni den 13. Monat in Folge positive Zuflüsse gehabt. ETFs gibt es für eine ganze Bandbreite von Anlageklassen, also beispielsweise auch auf Anleihen und Rohstoffe.

Der Vorteil von ETFs liegt in ihrer günstigen Kostenstruktur und ihrer unkomplizierten Handhabung, da sie stur einen Index abbilden. Bei den Gebühren liegen ETFs deshalb unter den vergleichbaren aktiv betreuten Fonds, außerdem können Anteile an den ETFs wie Aktien an der Börse gekauft und verkauft werden. Bis auf die anfallenden niedrigen Gebühren vollziehen sie die Kursbewegung in einem Index wie etwa dem Dax eins zu eins nach. Das bedeutet: Über einen ETF Sparplan kann ich mit einem geringen monatlichen Beitrag - in der Regel ab 25 Euro - problemlos regelmäßig in einen Index investieren.

Zusammensetzung regelmäßig prüfen

Sind die Sparpläne in meinem Depot in Bezug auf die persönliche Präferenz und die Kurserwartung noch aktuell? Anleger sollten sich ab und zu ansehen, ob der Branchenmix und die jüngste Performance noch zuversichtlich stimmen und den eigenen Erwartungen entsprechen. Ist das nicht der Fall, können Anpassungen vorgenommen werden - etwa ETFs austauschen oder den Sparplan auch für eine gewisse Zeit - etwa bis zur nächsten Überprüfung - ruhen lassen.

Grundsätzlich können unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe sinnvoll kombiniert werden, um das Depot langfristig ausgewogen aufzustellen. "Dabei gibt es bei der Geldanlage mit Sparplänen unterschiedliche Strategien, die mithilfe von ETFs umgesetzt werden können", sagt Christian Bimüller von Blackrock, der den digitalen Partnervertrieb von Produkten und Services in Kontinentaleuropa mitverantwortet.

iShares, die ETF-Sparte von Blackrock, bietet auf ihrer Internetseite unterschiedliche Musterdepots für die konkrete Anwendung von Sparplänen bei der Geldanlage. "Ähnlich wie beim Aktiendepot finden Anleger den für sie geeigneten Mix in einer Kombination aus verschiedenen ETFs. Das kann das regional unterschiedliche, breit gestreute Depot aus verschiedenen Aktien-ETFs sein oder auch ein Portfolio mit dem Schwerpunkt Anleihen oder Rohstoffe", so Bimüller. Hierbei gilt es aber die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren. Zahlreiche Neobroker bieten ETFs ohne Gebühren an. Die größte Auswahl gebührenfreier Sparpläne gibt es bei Smartbroker und Scalable.

Keine Angst vor Kursrückgängen

Kursrückgänge und die daraus entstandenen Verluste sollten nicht gleich ein Grund zur Sorge sein, denn sie sind an der Börse völlig normal. Selbstverständlich kann es zu Crashs und längeren Schwächephasen kommen, aber Aktien von großen Unternehmen, die langfristig am Markt etabliert sind wie zum Beispiel in Deutschland SAP oder Daimler, haben in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie sich von Rückschlägen erholen.

Fallende Kurse können sogar von Vorteil sein: Je niedriger der Index notiert, desto mehr Anteile bekommen Anleger für den regelmäßig eingesetzten Betrag von beispielsweise 25 Euro. Sie kaufen dann günstig ein. In einer solchen Situation ist auch ein Aufstocken über ein Einmalinvestment mit einem Sparplan möglich.

Wer etwa vor einem Jahr nach dem Corona-Crash in den Dax investiert hat, kann sich inzwischen in etwa über eine Verdopplung freuen. In den USA konnten die Indizes teilweise sogar noch stärker zulegen.

Neue Trends aufgreifen

Nicht nur Verluste oder Gewinne können die Anleger dazu bewegen, eine Umschichtung bei der Zusammenstellung ihrer Sparpläne vorzunehmen. Auch ein neuer Schwerpunkt bei der Geldanlage kann ein Grund sein, etwa der Wunsch nachhaltig zu investieren. "Wir sehen bei unseren Zuflüssen, dass der Anteil von sogenannten ESG-ETFs immer stärker zunimmt", sagt Christian Machts, Vertriebsexperte Fidelity International. ESG steht dabei für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) und bedeutet, dass Unternehmen, im Hinblick auf diese Kriterien nachhaltig agieren "Inzwischen gibt es zahlreiche Indizes, die als ESG-Index einem ETF zugrunde liegen. Immer mehr Untersuchungen dieser Produkte legen nahe, dass Anleger dabei nicht auf Performance verzichten müssen, sagt Machts.

Nachhaltige Investments finden sich in unterschiedlichen Anlageklassen wieder. Bei Aktienmärkten haben viele Indexbetreiber reagiert und bieten neben dem klassischen Index wie etwa den bekannten MSCI World, der als Referenz zu einem Welt-Aktienmarkt gilt, auch eine nachhaltige Version an, also eine Art ESG-MSCI World, der die oben genannten Aspekte bei der Titelauswahl berücksichtigt.

Ein ETF-Sparplan-Check sollte auch bei einer langfristigen Geldanlage mindestens alle sechs Monate und bei richtungsweisenden Ereignissen erfolgen, um zu überprüfen, ob die ausgewählte Strategie noch die richtige ist. So kann der Anleger sicher sein, dass seine Ausrichtung passt und den persönlichen Präferenzen entspricht.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten wie ETFs dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Benjamin Feingold betreibt das Börsenportal Feingold Research.

Quelle: ntv.de

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