Wirtschaft

Abstand am Band So wollen Autobauer Corona trotzen

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Das Hochlaufen bis zur vollen Kapazität könnte Wochen und Monate dauern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei den deutschen Autobauern stehen die Bänder still. Eine Vorraussetzung für die Wiederaufnahme der Produktion: Mitarbeiter sollen sich nicht um ihre Gesundheit sorgen müssen. Bei BMW, VW und Daimler könnte die Arbeit in der Fabrik deswegen in Zukunft fast der im Labor gleichen.

Mundschutz, Handschuhe und Kunststoffvorhänge - die Autobauer lassen sich zusammen mit den Arbeitnehmern einiges einfallen, damit die wegen der Corona-Pandemie seit Wochen stillstehende Produktion bald wieder losgehen kann. Denn der Schutz vor einer Ansteckung ist die Voraussetzung dafür, dass in den Werken von BMW, VW und Daimler überhaupt Autos gebaut werden können.

Es sei wichtig, dass die Mitarbeiter bei einer allmählichen Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen ohne Sorgen um die Gesundheit an den Arbeitsplatz zurückkehren könnten, sagt Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender des Mercedes-Werkes in Sindelfingen. "Wenn die Kolleginnen und Kollegen hier reinkommen, sollen sie den Eindruck haben, sie sind bei der Arbeit besser geschützt als draußen." Seit der zweiten März-Hälfte stehen bei den deutschen Autobauern die Bänder still. Wegen fehlender Bauteile von Zulieferern, einbrechender Verkäufe und Gesundheitsbedenken der Arbeitnehmer mussten die Konzerne eine Vollbremsung hinlegen.

Maßgeblich für die Entscheidung, wann es wieder losgehen kann, sind die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und die Vorgaben der Behörden. In welchem Umfang die Fertigung dann starten könne, hänge davon ab, ob die Lieferketten stabil seien und wann die Nachfrage in Gang komme, erläutert Lümali. "Wir werden langsam anfangen, korrigieren und wo notwendig nachjustieren, um unsere volle Auslastung schnellstmöglich zu erreichen." Das Hochlaufen bis zur vollen Kapazität könnte Wochen und Monate dauern.

"Der Shutdown ließ sich kurzfristig mit erheblichen negativen Folgen umsetzen, der Hochlauf wird viel anspruchsvoller und Zeit benötigen", beschreibt die Chefin des Automobilverbandes VDA, Hildegard Müller, in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Situation. BMW verlängerte den Produktionsstopp in dieser Woche bis Ende April. Bei Volkswagen, Daimler, Audi und Porsche steht die Ampel derzeit bis 19. oder 26. April auf Rot. Mit Verschiebungen ist zu rechnen, wenn Bund und Länder die bis 19. April geltenden Beschränkungen zum Schutz vor Corona verlängern sollten.

Quelle: ntv.de, jki/rts