Wirtschaft

Nach Angebot aus Niederlanden Solarworld-Aktien erholen sich von Schock

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Hoch und runter geht es derzeit mit dem Kurs der Solarworld-Aktie.

(Foto: dpa)

Nach einem Absturz um bis zu 80 Prozent am Vortag erholen sich die Aktien des einstigen Börsenlieblings Solarworld wieder. Ein Übernahmeangebot aus den Niederlanden entschärft die Hiobsbotschaft vom Vortag etwas.

Nach den herben Verlusten vom Vortag hat sich der Kurs der Solarworld-Aktie wieder spürbar erholt. Fast 30 Prozent gewinnt das Papier an Wert und steigt bis auf 1,51 Euro. Am Vortag war das Papier um bis zu 80 Prozent abgestürzt und zwischenzeitlich nur noch rund 68 Cent wert - gleichzeitig ein Jahrestief.

Auslöser für die starken Kurschwankungen war zunächst die Meldung vom Dienstag, dass der Vorstand bis auf den Vorsitzenden Frank Asbeck geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Grund war die Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Bonn. Insolvenzverwalter Horst Piepenburg hat nun das alleinige Sagen bei Solarworld. Vor der Meldung war die Aktie vom Handel ausgesetzt worden, nach der Wiederaufnahme brach der Kurs ein.

Piepenburg  hatte den Anlegern zudem die Hoffnung genommen, dass bei Solarworld noch Geld zu holen ist. Im Fokus stehen dabei die beiden Produktionsstandorte in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen). Die Aktionäre dürfen aus dem Verkauf der beiden Werke und der Produktion in den USA nicht mit Erlösen rechnen, wie Piepenburg klarmachte. "Nach derzeitigem Kenntnisstand" sei das ausgeschlossen; das Geld gehe komplett an die Gläubiger.

Prisma Systems legt Kaufangebot vor

Dann folgte am selben Tag eine neue Wende im Solarworld-Drama: Die niederländische Unternehmensgruppe Prisma Systems hatte für das insolvente deutsche Unternehmen ein Übernahmeangebot vorgelegt. "Für den Fall einer Übernahme von Solarworld sehen wir die Möglichkeit, einen Großteil der 1850 Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Prisma-Geschäftsführer Thomas Bornstein. Prisma Systems, nach eigenen Angaben weltweit einer der größten Erbauer und Betreiber von regenerativen Kraftwerken, strebt mit der Übernahme demnach die Schaffung eines europäischen Solarverbunds an.

Die Kanzlei von Insolvenzverwalter Piepenburg wollte auf telefonische Anfrage bisher keine Auskunft zu dem Übernahmeangebot geben. Die Anleger zeigten sich allerdings zuversichtlich - die Aktie machte bereits am selben Tag einen deutlichen Schwenk in Richtung Erholung.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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