Wirtschaft

Trump & Co. erschüttern Börsen Sorgt Politik für günstige Einstiegskurse?

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Donald Trump.

(Foto: REUTERS)

Wahlen in Europa und wirre Äußerungen von Donald Trump - die Aktienmärkte könnten in nächster Zeit Achterbahn fahren. Für Anleger ergeben sich daraus möglicherweise günstige Gelegenheiten, zu investieren.

Immer mehr Bürger begehren gegen das politische Establishment auf. Die steigende Ablehnung hat sich bereits bei der US-Präsidentschaftswahl gezeigt. Ähnliches ist bei den anstehenden Urnengängen in Europa zu erwarten.

Bei den französischen Präsidentschaftswahlen rechnen wir zwar bislang nicht mit einem Durchmarsch von Marine Le Pen, der das Ende des Euro bedeuten würde. Aber die Angst vor einem nicht völlig auszuschließenden Sieg des rechtsnationalen Front National hat zumindest die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen auf ein Mehrjahreshoch getrieben. Wird die Wahl enger als bislang angenommen, könnte das auch auf die Aktienmärkte durchschlagen.

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Thomas Wukonigg verantwortet bei der Wamsler & Co. Vermögensverwaltung u.a. das Portfoliomanagement. Der Bankkaufmann verfügt über 28 Jahre Berufserfahrung.

Ein noch größeres Risiko für die Finanzmärkte als Frankreich sind mögliche Neuwahlen in Italien. Hier droht der ehemalige Kabarettist Beppe Grillo mit seiner Fünf-Sterne-Bewegung die etablierten Parteien aufzumischen. Wie Le Pen lehnt auch Grillo den Euro ab.

Während die Finanzmärkte extremen Politikern in Europa weitgehend skeptisch gegenüberstehen, haben die Börsen in den USA die Wahl des - zumindest -  unorthodoxen Donald Trump bislang gefeiert. Seit seinem überraschenden Sieg Anfang November ist der Dow Jones um 13 Prozent auf mehr als 20.000 Punkte gestiegen und notiert damit auf Rekordniveau.

Trumps Erfolg beruht offenbar darauf, dass er alle seine Schritte, so wunderlich sie auch seien mögen, offen kommuniziert und via Twitter seine Rivalen unter verbales Dauerfeuer nimmt. Während seine politischen Gegner sich wortreich und langatmig wehren, ist Trump schon längst beim nächsten Thema. Damit baut er erheblichen Druck auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Kernthemen - neue Jobs durch weniger Regulierung, Steuersenkungen und die Rückführung im Ausland lagernder Finanzmittel - durchsetzt, steigt mit der zunehmenden Hilflosigkeit seiner Widersacher.

Schwieriges Infrastrukturprogramm

Der Erfolg der "trumpschen" Wirtschaftspolitik ist deshalb aber noch lange nicht ausgemacht. Zwar sollten die angekündigten Steuerkürzungen den vollen Rückhalt in seiner Partei finden. Das geplante Infrastrukturprogramm wird sich dagegen schwieriger gestalten. Denn das dadurch initiierte Wirtschaftswachstum dürfte nicht ausreichen, um die steigende Staatsverschuldung - befeuert durch Steuersenkungen - aufzuhalten.

Wenn dann auch noch Importzölle zusätzlich den Einzelhandel durch steigende Einkaufspreise belasten, ist die nächste Wirtschaftskrise vorprogrammiert. Sollten sich die Hoffnungen, die in Trumps Wirtschaftspolitik gesetzt werden, nicht erfüllen, droht aber an den Börsen der große Katzenjammer. Hinzu kommen Risiken, die aus Trumps außenpolitischen Stil entstehen. Seine Hauruck- und Haudrauf-Diplomatie per Twitter könnte für zunehmende Unruhe sorgen.

Trump und die anstehenden Wahlen in Europa mit ihrer potenziellen Sprengkraft für die Eurozone könnten also heftige Korrekturen auslösen – zumal an den Märkten zurzeit zu viel Sorglosigkeit herrscht. Die Börsen sind überkauft und die zu niedrigen Schwankungen deuten auf eine nahende Konsolidierung beziehungsweise den Abbau der überkauften Situation hin.

Anleger können eine mögliche Korrektur durchaus als Chance begreifen. Denn die volkswirtschaftlichen Prognosen sind überzeugend und die Ausblicke der Unternehmen optimistisch. Zudem belegen die aktuellen Kursaufschläge bei Übernahmen die Unterbewertung der entsprechenden Unternehmen. Das alles spricht klar für Aktien. In dieser Gemengelage zählt das Markttiming zu den wichtigsten Faktoren für den Erfolg an den Börsen 2017.

Außerdem gibt es erhebliche Bewertungsunterschiede innerhalb und zwischen den verschiedenen Branchen, Regionen und Indizes zu beachten. Die Märkte werden sich wahrscheinlich nicht in ihrer Gesamtheit in die eine oder andere Richtung bewegen. Damit ist die Zeit für Stockpicker gekommen.

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Quelle: ntv.de

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