Wirtschaft
Die Streiks der Belegschaft haben Air France im ersten Quartal bereits 75 Millionen Euro gekostet.
Die Streiks der Belegschaft haben Air France im ersten Quartal bereits 75 Millionen Euro gekostet.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 15. Mai 2018

Krisen-Airline hofft auf Ruhe: Spitzenpolitikerin soll Air France retten

Im Streit mit der Belegschaft muss der glücklose Chef von Air France abtreten. Für ihn soll eine Führungskraft mit mehr Fingerspitzengefühl das Ruder übernehmen: Der Lufthansa-Rivale ernennt die Politikerin Couderc zur Übergangschefin.

Eine Politikerin soll die in Turbulenzen geratene Air France wieder auf Kurs bringen: Die Luftfahrtgruppe Air France-KLM ernannte die frühere französische Staatssekretärin Anne-Marie Couderc zur Interims-Chefin. Die 68-Jährige soll zunächst vor allem den Tarifstreit mit der Belegschaft schlichten und die Geschäfte weiterführen, bis ein neuer Kandidat gefunden ist.

Couderc gilt als erfahrene Managerin mit besten Verbindungen in die Pariser Politik. Sie leitete zuletzt die Pressevertriebs-Gesellschaft Presstalis. In den 1990er Jahren gehörte sie als Staatssekretärin für Arbeit mehreren konservativen Regierungen in Frankreich an.

Anne-Marie Couderc (Archivbild).
Anne-Marie Couderc (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Bei Air France-KLM kann sie sich ganz auf die großen Linien konzentrieren. Für die Erledigung des Tagesgeschäfts und die Umsetzung ihrer Angaben bekommt sie ein hochkarätig besetztes Team. Der neuen Übergangschefin wird den Konzernangaben zufolge ein Leitungsausschuss mit drei Managern an die Seite gestellt. Sie sollen sicherstellen, dass der Betrieb unter der neuen Führung reibungslos weiterläuft. Im Team von Couderc soll sich unter anderen der bisherige Finanzchef von Air France-KLM befinden, Frédéric Gagey.

Der bisherige Konzernchef Jean-Marc Janaillac hatte Anfang Mai im Tarifstreit mit der Belegschaft seinen Rücktritt erklärt. Die Mitarbeiter von Air France lehnten seinen Kompromissvorschlag zur Lösung des Tarifstreits ab.

Die Mitarbeiter streiken seit Februar für mehr Geld, ein Ende des kostspieligen Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Im ersten Quartal hat die Airline dadurch nach eigenen Angaben 75 Millionen Euro verloren. Die Gewerkschaften fordern 5,1 Prozent mehr Lohn für dieses Jahr. Das Unternehmen bietet 7 Prozent an - allerdings gestreckt über vier Jahre. Der französische Staat hält gut 14 Prozent des Kapitals an Air France-KLM.

Quelle: n-tv.de