Wirtschaft

Lufthansa gibt sich krisenfest Spohr: Brauchen kein zweites Mal Staatshilfen

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Das Unternehmen hatte sich nach der staatlichen Rettungsaktion seit November letzten Jahres in mehreren Schritten am Kapitalmarkt mit neuer Liquidität versorgt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Früher als geplant zahlt die Lufthansa alle Corona-Hilfen des Staates zurück. Chef Spohr sieht die Airline für die Zukunft gut gewappnet, selbst dann, wenn sich die Lage nochmal zuspitzen sollte. Auf die Hilfe des Steuerzahlers sei sein Unternehmen nicht mehr angewiesen.

Nach Rückzahlung der deutschen Staatshilfen rechnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr nicht damit, noch einmal die Unterstützung der Steuerzahler zu benötigen. Im Interview mit dem "Handelsblatt" verwies er auf die stark verbesserten finanziellen Reserven des MDax-Konzerns, der nun über mehr als dreimal so viel Liquidität verfüge wie vor der Krise.

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"Und ich gehe nicht davon aus, dass es noch einmal zu einer ähnlichen Situation wie im vergangenen Jahr kommen wird, als der Luftverkehr auf der ganzen Welt nahezu zum Erliegen kam. Sollte sich die Lage dennoch wieder zuspitzen, sind wir krisenfest." Spohr erwartet trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen keine neuen Reisebeschränkungen, die in der Vergangenheit den Flugverkehr stark in Mitleidenschaft gezogen hatten.

Er sagte: "Ich erwarte, dass die Regierungen statt auf restriktive Maßnahmen wie in den zurückliegenden 19 Monaten nun eher auf konsequente Regeln wie 3G oder 2G setzen. Ich persönlich würde zum Beispiel gern 2G für unsere Bürogebäude zum Standard machen. Immerhin führen wir jetzt 3G ein."

Das Unternehmen hatte sich nach der staatlichen Rettungsaktion seit November letzten Jahres in mehreren Schritten am Kapitalmarkt mit neuer Liquidität versorgt. Zudem wurde im Oktober eine Kapitalerhöhung beschlossen, die 2,2 Milliarden Euro einbrachte. Spohr hatte stets betont, dass er lieber am Kapitalmarkt verschuldet sei als beim Steuerzahler. Mit der Rückzahlung fallen für Lufthansa auch unternehmerische Fesseln.

Übernahmen und Dividendenzahlungen werden ebenso wieder möglich wie Boni-Zahlungen an Manager. Viele Urlauberflüge im Sommer, das starke Frachtgeschäft sowie die Wiederöffnung der US-Grenzen für Europäer hatten der Lufthansa zuletzt Auftrieb gegeben. Auch wenn für das Gesamtjahr erneut ein Milliardenverlust erwartet wird, wurde ein erster operativer Gewinn im Sommerquartal als Aufbruchssignal gewertet - zumal wichtige Konkurrenten wie die British-Airways-Mutter IAG deutlich schlechter abschnitten.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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