Wirtschaft

Studie zeigt steigende PreiseStaatliche Prämie macht E-Autos teuer

29.05.2026, 16:29 Uhr
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E-Autos werden beliebter, aber nicht günstiger. (Foto: picture alliance / W2Art / Alexandra Wagner)

Seit Januar fördert die Bundesregierung wieder den Kauf von E-Autos mit einer Prämie von bis zu 6000 Euro. Experten kritisierten das von Beginn an scharf. Neue Daten bestätigten die Befürchtungen.

Die E-Autoprämie der Bundesregierung führt laut einer Analyse zu höheren Preisen. Preisdaten des Center for Automotive Research (CAR) zufolge sanken die Rabatte der E-Autohersteller seit Jahresbeginn. Der durchschnittliche Preisabstand zwischen Elektroautos und solchen mit Verbrennermotor, der in den vergangenen Jahren deutlich kleiner geworden war, wuchs wieder an. Seit Dezember 2025 stieg der Abstand - ohne Berücksichtigung der staatlichen Förderung - um fast 650 Euro auf 1971 Euro. Das ermittelte das CAR auf Grundlage eines Vergleichs der jeweils 20 meistverkauften Verbrenner und E-Autos.

Seit Januar werden auf die Zulassung von Neuwagen mit Elektroantrieb staatliche Förderprämien bis zu 6.000 Euro gewährt. Die Antragstellung ist allerdings erst seit Mai möglich. Die konkrete Höhe der Prämie hängt vom Haushaltseinkommen der Käufer ab. Die Preisdaten des CAR legen nahe, dass die Hersteller diese Förderung teilweise nutzen, um die Preise anzuheben. Experten hatten die Prämie von Beginn an scharf kritisiert und solche Mitnahmeeffekte vorausgesagt.

CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer sieht diese Kritik bestätigt: "Man könnte sagen, durch die Prämie werden die Elektroautos teurer statt preisgünstiger". Wer eine Prämie erhalte, profitiere zwar, aber das Markt-Preisniveau - ohne die Förderung - für Elektroautos steige. Der positive Markttrend zur Verbesserung der Attraktivität der Elektroautos aus dem letzten Jahr sei durch die staatliche Förderung gestoppt worden. "Die Prämie verteuert Elektroautos im Gesamtmarkt", so Dudenhöffer. Damit werde es beim Ende der Prämie schwieriger, auf die früheren, attraktiven Preisabstände zwischen Elektroautos und Verbrennern zu kommen.

Die Analyse der gewährten Rabatte zeigt Dudenhöffer zufolge, dass die Ausgestaltung der Anbieter günstiger Modelle, darunter großteils ausländische Autobauern, gegenüber teuren Premiummarken benachteilige. "Deutsche Premiumanbieter werden daher durch die staatlichen Förderprämien im deutschen Automarkt benachteiligt", so Dudenhöffer. Dies sei bedenkenswert, da ein Großteil der Elektroautos der deutschen Premiumhersteller in Deutschland produziert würden. "Die Förderprämie benachteiligt damit in Deutschland generierte industrielle Wertschöpfung."

Die Nachfrage nach Elektroautos ist in diesem Jahr stark angestiegen, in Deutschland, wo seit Jahresbeginn die neue Prämie gilt, aber auch in anderen europäischen Ländern. Laut Herstellerverband ACEA wurden in den ersten vier Monaten mit knapp 3,8 Millionen Autos 4,2 Prozent mehr Fahrzeuge in der Europäischen Union verkauft als vor Jahresfrist. Dabei spielten laut ACEA auch staatliche Kaufprogramme und Steuervorteile für Elektroautos eine Rolle. Inzwischen kommen Elektroautos auf einen Marktanteil von 19,7 Prozent, das sind 4,4 Prozentpunkte mehr als noch vor Jahresfrist.

Quelle: ntv.de, mbo

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