Wirtschaft

Verdacht der Untreue Staatsanwaltschaft ermittelt bei "Öko-Test"

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Die Durchsuchungen stehen laut Staatsanwaltschaft nicht mit den Presseaktivitäten der Zeitschrift "Öko-Test" in Zusammenhang.

(Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

Die Staatsanwaltschaft durchsucht die Räume von "Öko-Test". Es besteht der Verdacht der Untreue: Ende 2017 kauft die Öko-Test-Holding Anteile einer angeschlagenen Gesellschaft in Hongkong, obwohl sie selbst strauchelt. Letztlich entsteht dadurch ein Schaden im Millionenbereich.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat die Firmenräume von "Öko-Test" durchsucht. Wie die Behörde mitteilte, ermittelt sie wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der gescheiterten Expansion nach China gegen Vorstand und Aufsichtsräte. Mehr als 40 Beamte durchsuchten dazu insgesamt sieben Wohn- und Geschäftsräume in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Elmshorn. Sie stellten Akten und digitale Daten sicher.

Trotz eigener wirtschaftlicher Schieflage soll die Öko-Test-Holding Ende 2017 Anteile einer angeschlagenen Gesellschaft in Hongkong erworben und dieser auch noch Darlehen gewährt haben. Weil die Gesellschaft bald zahlungsunfähig wurde, sei der Holding ein Schaden im Millionenbereich entstanden. Vorstand und Aufsichtsrat hätten der Staatsanwaltschaft zufolge die Entwicklung absehen können und deshalb mit dem Geschäft ihre Prüf- und Sorgfaltspflichten verletzt. Besonders pikant: Einzelne Beschuldigte sollen zugleich Posten bei der Hongkonger Gesellschaft gehabt haben.

Die Öko-Test Holding war eine Vorgängergesellschaft der Öko-Test AG, die die Zeitschrift "Öko-Test" herausgibt. Sie gehört mehrheitlich der SPD-Medienholding DDVG, die auch durchsucht worden sei, wie der ehemalige Chefredakteur, Geschäftsführer und Vorstand, Jürgen Stellpflug, mitteilte. Die Ermittlungen hätten aber keinen Zusammenhang zu den Presseaktivitäten der Zeitschrift "Öko-Test", betonte die Staatsanwaltschaft.

In einer E-Mail an die Aktionäre erklärte Stellpflug: "Mit den Hausdurchsuchungen kommt jetzt endlich die strafrechtliche Aufarbeitung der Geschäfte in Gang." Dass Vorstand und Aufsichtsrat bei den Vorgängen nicht die Interessen der Aktionäre vertreten hätten, "dürfte außer Frage stehen".

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/rts