Wirtschaft

Diskussion um Nord Stream 2 Steinmeier macht Ukraine Erdgas-Zusagen

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Die Nord Stream 2 kommt bei der Ukraine nicht gut an.

(Foto: picture alliance / Stefan Sauer/)

Die Ukraine befürchtet aufgrund der Pipeline Nord Stream 2, in Zukunft nicht mehr als Gastransitland gefragt zu sein. Während der ukrainische Präsident das Projekt als "Spaltung" für die EU bezeichnet, sagt Steinmeier der Ukraine beim Staatsbesuch Hilfe zu.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Ukraine im Konflikt um die geplante Gaspipeline Nord Stream 2 Unterstützung zugesagt. Deutschland bemühe sich darum, "den Transit von Erdgas durch die Ukraine auch für die Zukunft sicherzustellen", sagte Steinmeier bei einem Besuch in Kiew. Dazu liefen Gespräche zwischen Berlin und Kiew sowie mit der EU. Er hoffe, dass die große Sorge der Ukraine, als Transitland in Zukunft keine Rolle mehr zu spielen, "gegenstandslos wird". Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko übte seinerseits scharfe Kritik an Nord Stream 2. Es handele sich um ein "rein politisches Projekt, das darauf abzielt, die EU zu spalten".

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(Foto: cri/stepmap)

Nord Stream 2 soll über eine Länge von 1230 Kilometern von Russland nach Deutschland führen. Die Leitung wird weitgehend parallel zur Gas-Pipeline Nord Stream 1 verlaufen, die 2011 in Betrieb genommen wurde. Die Unternehmensanteile an der ausführenden Projektgesellschaft werden vom russischen Energieriesen Gazprom gehalten. Der Bau der Pipeline schürt Sorgen in Kiew, die Einnahmen aus dem Gastransit könnten einbrechen. Auch andere traditionelle Transitländer wie Polen sehen das Projekt kritisch.

Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte zuletzt erklärt, auch in Zukunft Gaslieferungen über die Ukraine abzuwickeln - unter der Bedingung, dass diese wirtschaftlich sind. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich dafür aus, Kiews Rolle als Transitland für russisches Erdgas beizubehalten.

Baggerarbeiten bei Pipeline stocken

Derweil lässt der Pipelinebauer Nord Stream 2 die Baggerarbeiten vorerst ruhen. Grund dafür sind Funde von Schmierfett am Greifswalder Bodden in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben des zuständigen Umweltministeriums sind die Baggerarbeiten auf Initiative von Nord Stream 2 derzeit eingestellt. Sie bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung "Nordkurier".

Nord Stream hatte am Montag angekündigt, auch die weiteren vier im Einsatz befindlichen Baggerschiffe technisch überprüfen zu lassen. Solange diese Überprüfungen liefen, werde nicht weiter gebaggert, sagte ein Sprecher von Nord Stream 2 am Dienstag. Der Pipelinebauer Nord Stream 2 hatte Mitte Mai in den deutschen Gewässern mit den Bauarbeiten für die umstrittene Ostseepipeline begonnen. Eine knappe Woche später wurden Schmierfett-Klumpen an mehreren Ufern des Greifswalder Boddens angespült.

Quelle: n-tv.de, sgu/AFP/dpa

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