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Robo-Advising und andere Tools Steuern Roboter bald die Geldanlage?

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die neuesten Trends bei Anlegertools sind längst nicht mehr die einfachen Zins- und Bausparrechner. Der Anleger und seine Community stehen im Mittelpunkt - mit und ohne Roboter.

Anleger nutzen gerne Börsentools. Die Auswahl ist groß, aber oft stellt sich die Frage: Was ist Spielerei und was ist wirklich nutzwertig? Klar, es kommt auf den User und seine Ziele an. Wir von Feingold Research haben uns daher drei recht neue und unterschiedliche Tools angeschaut, die dem Anleger Vorteile bei der Geldanlage und beim Handel bieten. Der aktuelle Trend geht zu den Bereichen des Robo Advising, die eigene Produktkreation und die Community.

Nachdem Robo Advisor in den USA schon seit Jahren auf dem Vormarsch sind, kommt der Markt nun auch in Deutschland in Bewegung. Die Technologie dürfte auch hierzulande bald häufiger anzutreffen sein, da an das Tool meist eine Online-Vermögensverwaltung geknüpft ist. Erst Ende November ist die Deutsche Bank mit einem Robo Advisor namens "Robin" an den Start gegangen und hat damit für Aufsehen in der Branche gesorgt. "Robin" tritt damit in Konkurrenz zu Scalable Capital, die eine Online-Vermögensverwaltung anbieten und inzwischen mit ING Diba zusammenarbeiten. Scalable konnte in den vergangenen Monaten sein verwaltetes Vermögen auf mehr als 500 Millionen Euro steigern und sich damit als einer der führenden Anbieter in Europa etablieren. Im Vergleich zu den Riesen aus den USA, wie jenen von Vanguard, oder des 2008 gegründeten Start-ups Betterment, ist jener von Scalable Capital allerdings noch klein.

Mensch und Maschine kombinieren

Ein Robo Advisor ist eine Kombination aus den Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater). Die Online-Vermögensverwalter bieten Privatanlegern die Möglichkeit, ihr Geld nach Konzepten aus der Finanzwissenschaft breit am Kapitalmarkt zu investieren und das zu niedrigen Kosten, das heißt in ruhigen Marktphasen wird der Aktienanteil zulasten von Anleihen erhöht und umgekehrt. Dazu setzen die Robo Advisor häufig auf ETFs, also börsengehandelte Indexfonds, die den zugrunde liegenden Index 1:1 abbilden. Und so funktioniert es: User machen Angaben zu ihrer Finanzsituation, zu bisherigen Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren und ihrer persönlichen Risikoneigung. Auf Basis dieser Daten schlägt der Robo Advisor eine Portfoliostruktur vor und steuert später die Verwaltung des Vermögens. Mit dieser Software wird eine kostengünstige Vermögensverwaltung einer breiten Masse zugänglich gemacht.

Die Anwendung des Robo Advisors ist simpel und sehr transparent und trifft damit den Nerv vieler Anleger, die sich eine effiziente Geldanlage für jedermann wünschen. Effizient ist auch die Wertpapiersuche beim zweiten Tool, mein-zertifikat.de. Hier können sich Anleger nicht nur zur Weihnachtszeit ihr Wunschzertifikat erstellen. Nach einer kurzen und unverbindlichen Anmeldung können mit nur wenigen Klicks individuelle Zertifikate nach den eigenen Anlagezielen erstellt werden. Banken, die auf der Plattform präsent sind, emittieren anschließend das Papier, das dann sofort an der Börse gelistet wird. Der Handel kann beginnen. Eine Verpflichtung zum Kauf dieses maßgeschneiderten Papiers besteht nach der Emission aber nicht, und Kosten sind mit der Nutzung nicht verbunden.

Beim dritten Tool stehen die Community und der Experte im Vordergrund. Aber diesmal sind es keine Roboter, sondern wahrhaftige Fachleute, die auf der Analyseplattform Guidants zu finden sind. Interessierte können den Experten ähnlich wie beim Facebook-Prinzip folgen und bekommen so Zugang zu ihren erstellten Posts, die sich um die Börse drehen. Wie schnell solche Plattformen auf die jüngsten Trends reagieren, zeigt die neueste Community mit zahlreichen Experten zu Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

Die unterschiedlichen Tools zeigen den großen Bedarf an Expertise und preiswerte Automatisierung im Bereich der Geldanlage. Der Markt könnte daher in den nächsten Jahren rasant wachsen. Nicht nur auf "Robin" dürfte noch eine Menge Arbeit zukommen.

Quelle: n-tv.de

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