Wirtschaft

Einmaleffekte kosten Milliarden Steuerreform verhagelt Banken-Bilanzen

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Ein Geldautomat der Bank of America in der US-Metropole Boston.

(Foto: REUTERS)

Jahrelang können US-Banken ihre Verluste aus der Finanzkrise abschreiben. Doch durch die Steuerreform sinkt die Höhe der Abschreibungssummen. Auch die Bank of America leidet unter diesem Effekt. Goldman Sachs kämpft ebenfalls mit der Reform.

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump belastet auch die Bilanzen der Bank of America und Goldman Sachs. Der Gewinn der Bank of America hat sich wegen der Einmalbelastung im vierten Quartal halbiert. Der Überschuss fiel auf 2,37 Milliarden Dollar von 4,54 Milliarden vor Jahresfrist, wie das Geldhaus mitteilte. Es bezifferte die Belastung durch die Reform auf 2,9 Milliarden Dollar.

Die Bank of America hatte während der Finanzkrise große Verluste geschrieben. Diese konnte sie über Jahre geltend machen, um die Steuerlast zu drücken. Da durch die Steuerreform die Körperschaftssteuer aber von 35 Prozent auf 21 Prozent sinkt, sinkt auch der Wert dieser Verlustvorträge.

Im operativen Geschäft profitierte die Bank of America von steigenden Zinsen in den USA, der gestiegenen Nachfrage nach Krediten und Kostensenkungen. Die Erträge stiegen im vierten Quartal um zwei Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar, obwohl auch die Bank of America die Zurückhaltung der Kunden beim Handel zu spüren bekam. Im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen gingen die Erträge um 13 Prozent zurück.

Goldman rutsch in die roten Zahlen

Die Investmentbank Goldman Sachs rutsche wegen der Steuerreform gar in die roten Zahlen. Sie verzeichnete im vierten Quartal unter dem Strich einen Verlust von 2,14 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 2,15 Milliarden vor Jahresfrist. Goldman Sachs sprach von Belastungen in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar durch die Steuerreform.

Der Großteil der Summe entfällt nach Angaben der Investmentbank auf eine einmalige Steuer, um im Ausland erzielte Gewinne in die USA zu holen. Aber auch im Tagesgeschäft lief es nicht rund. Die Erträge gingen um vier Prozent auf 7,83 Milliarden Dollar zurück.

Im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen setzten Goldman die Zurückhaltung der Kunden und extrem niedrige Schwankungen an den Finanzmärkten zu. Hier gingen die Erträge binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf eine Milliarde Dollar zurück. Im Geschäft mit der Beratung bei Fusionen und Übernahmen konnte Goldman Sachs dagegen glänzen. Hier verteidigte Goldman 2017 den zweiten Platz hinter Morgan Stanley. Der Rivale legt seine Zahlen am Donnerstag vor.

Quelle: n-tv.de, chr/rts

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