Wirtschaft

Ifo-Index fällt auf Rekordtief Stimmung in Chefetagen so schlecht wie nie

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Viele Manager blicken skeptischer in die Zukunft.

(Foto: imago images/ingimage)

Die Corona-Pandemie lässt die Wirtschaft weltweit einbrechen. Auch hier in Deutschland blicken viele Unternehmerinnen und Unternehmer mit großer Sorge auf die nähere Zukunft. Der Geschäftsklimaindex sackt sogar noch tiefer ab als erwartet.

Die Corona-Krise drückt die Stimmung in den deutschen Chefetagen auf ein historisches Tief. Der Geschäftsklimaindex für April fiel auf 74,3 Punkte von 85,9 Zählern im März. Dies ist der niedrigste jemals gemessene Wert. "Die Stimmung unter den deutschen Unternehmen ist katastrophal", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 80,0 Punkte gerechnet. Die vom Ifo befragten Manager schätzten ihre Lage schlechter ein und blicken auch skeptischer in die Zukunft.

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Der Einbruch des Barometers ist beispiellos. Das ist laut Ifo vor allem auf die massive Verschlechterung der aktuellen Lage zurückzuführen. "Die Unternehmen blickten zudem noch nie so pessimistisch auf die kommenden Monate. Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht", erklärte Fuest. Die deutsche Wirtschaft erlebe die "schwersten Zeiten seit der Wiedervereinigung", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe der Nachrichtenagentur Reuters. Es werde einen massiven Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal geben. Wie tief der Absturz ausfallen werde, sei derzeit aber noch nicht genau zu beziffern: "Anzeichen einer Erholung wird es frühestens ab Jahresmitte geben", sagte der Ökonom voraus.

Laut den Münchner Forschern waren etwa 20 bis 25 Prozent der Antworten der Befragung nach der Mitte des Monats erfolgten Ankündigung der Lockerung des Shutdowns eingegangen. Bund und Länder hatten vereinbart, dass Geschäfte bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche unter Auflagen ab 20. April wieder öffnen dürften. Die Innenstädte hatten sich daraufhin wieder deutlich belebt, was dem Einzelhandel Hoffnung auf bessere Zeiten macht.

Mit der Lockerung des "Shutdowns" steige auch die Chance auf eine Stimmungsverbesserung, meint Chefvolkswirt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Da das Infektionsrisiko aber ganzjährig hoch und Schutzmaßnahmen zum Alltag gehören dürften, sei es "wenig wahrscheinlich", dass die Wirtschaft die Krise rasch hinter sich lassen könne.

Die Viruskrise trifft die Wirtschaft hierzulande und im gesamten Euro-Raum derzeit mit voller Wucht. Fast ein Fünftel der deutschen Unternehmen plant laut Ifo im Zuge der Virus-Krise einen Stellenabbau. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer und gilt als zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten sechs Monate.

Quelle: ntv.de, hul/rts/DJ