Wirtschaft

Vor allem von außerhalb der EU Studie: Mehr Arbeitsmigranten nötig

Nach Ansicht der Stiftung lindert die Zuwanderung den Fachkräftemangel in Deutschland.

Nach Ansicht der Stiftung lindert die Zuwanderung den Fachkräftemangel in Deutschland.

(Foto: picture-alliance)

Deutschland gehen die Fachkräfte aus. Das ist seit Jahren bekannt. Zuwanderer, wie etwa aus den USA und China, sind schon jetzt Bestandteil des Arbeitsmarkts. Eine Studie empfiehlt nun aber, den der Fokus verstärkt auf eine bestimmte Gruppe von Arbeitskräften zu legen.

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt für Fachkräfte aus dem EU-Ausland ein beliebtes Ziel. Allerdings zieht es nur wenige Arbeitskräfte in die Bundesrepublik, die nicht in der Europäischen Union geboren wurden. Das ergibt eine Auswertung des Ausländerzentralregisters des Jahres 2018 durch die Bertelsmann-Stiftung.

Demnach sind im vergangenen Jahr 38.682 Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland gekommen. Das sind weniger als 0,1 Prozent des deutschen Marktes mit 47,5 Millionen Arbeitskräften. Im Vorjahresvergleich ergibt das nur ein geringes Plus (2017: 38.082). Hauptherkunftsländer für die Fachkräfte sind Indien, die USA, Bosnien-Herzegowina und China.

Zuwanderung war 2018 höher

Laut Auswertung der Stiftung sind im vergangenen Jahr insgesamt 635.537 Menschen aus dem EU-Ausland nach Deutschland zugewandert. Die komplette Zuwanderung nach Deutschland war 2018 also weit höher. Von außerhalb der EU kamen 526.329, was 45 Prozent ausmacht. Viele der EU-Zuwanderer sind Fachkräfte. Mehr als 60 Prozent von ihnen haben einen Hochschul- oder Berufsabschluss. Die Stiftung geht aber davon aus, dass die Zuwanderung aus EU-Ländern langfristig abnehmen wird, weil auch dort die Bevölkerung älter und weniger wird.

Von allen Zuwandern, die nach Deutschland kamen, waren neun Prozent Flüchtlinge. Noch vor vier Jahren lag der Wert bei 23 Prozent. Fünf Prozent kamen aus beruflichen Gründen. Wegen des Familiennachzugs, Bildung oder aus sonstigen Gründen wanderten 31 Prozent ein. 55 Prozent kamen aus dem EU-Binnenmarkt.

Nach Ansicht der Stiftung lindert die Zuwanderung den Fachkräftemangel in Deutschland. Wegen der zu erwartenden rückläufigen Zahlen aus dem Bereich der EU sollte die Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten daher an Bedeutung gewinnen. Aktuell "entwickelt sich diese Zuwanderung aber nur schleppend", teilt die Stiftung mit.

Quelle: n-tv.de, fge/dpa

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