Wirtschaft

Sieben Jahre Zwangsarbeit drohen Syriens Regierung bestraft Devisennutzung

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Vor Beginn des Bürgerkriegs kostete ein US-Dollar etwa 50 Pfund. Inzwischen liegt der Kurs bei rund 1:1200.

(Foto: imago stock&people)

Das Syrische Pfund bröckelt. Harte Sanktionen und die Untätigkeit der Notenbank haben die Währung zuletzt auf einen historischen Tiefststand fallen lassen. Die Assad-Regierung versucht gegenzusteuern, allerdings nicht mit fiskalischen Maßnahmen.

Die syrische Regierung hat die Strafen für die Verwendung ausländischer Währungen am Samstag drastisch verschärft: Bei der Nutzung "von ausländischen Devisen oder Edelmetallen" in Finanztransaktionen droht künftig eine Strafe von "mindestens sieben Jahren Zwangsarbeit" plus einer Geldstrafe, wie aus einem Dekret von Präsident Baschar al-Assad hervorgeht. Ein Dekret aus dem Jahr 2013 sah bislang eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und drei Jahren vor.

Die schärferen Strafen sind eine Reaktion auf die starke Abwertung der Landeswährung in den vergangenen Wochen. Auf dem Schwarzmarkt hat das syrische Pfund einen historischen Tiefstand erreicht, kürzlich mussten für einen Dollar mehr als 1200 Pfund gezahlt werden - fast dreimal so viel wie der offizielle Wechselkurs auf der Website der syrischen Notenbank mit 434 Pfund für einen Dollar. Vor dem Beginn des syrischen Bürgerkrieges 2011 lag der Wechselkurs zum Dollar bei 48 Pfund.

Wegen westlicher Sanktionen ist Syrien im Handels- und Importbereich immer abhängiger vom Nachbarland Libanon und seinem Bankensystem geworden. Angesichts der verschärften Wirtschaftskrise und Massenproteste im Libanon haben die dortigen Banken die Ausgabe von Dollars jedoch stark beschränkt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP