Wirtschaft

Warben Saudis Mitarbeiter an? Tausende Twitter-Konten ausspioniert

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Tausende Twitter-Konten sollen ausgespäht worden sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwei Angestellte sollen ihre Position beim Internetkonzern Twitter ausgenutzt haben, um Kritiker der saudischen Regierung auszuspähen. Laut US-Justiz sind Tausende Profile betroffen. Ermittler vermuten, dass die Führung in Riad hinter dem Spionagefall steckt.

Die US-Justiz wirft zwei früheren Twitter-Mitarbeitern vor, ihren Arbeitgeber für die Regierung Saudi-Arabiens ausspioniert zu haben. Gerichtsdokumenten zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um einen Saudi und einen US-Bürger. Die beiden sollen ihre Stellung bei dem Internetkonzern dazu benutzt haben, private Kontoinformationen von Regierungskritikern für die Führung in Riad und die saudi-arabische Königsfamilie zu beschaffen.

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Spionagevorwürfe wurden auch gegen einen weiteren Mann aus Saudi-Arabien erhoben. Laut einem Bericht der "Washington Post" arbeitete er unter anderem für Kronprinz Mohammed bin Salman und in dem Spionage-Fall als Mittelsmann.

Dem Justizministerium zufolge wurde der verdächtige US-Bürger am Dienstag in Seattle im Bundesstaat Washington festgenommen. Die beiden anderen würden sich vermutlich in Saudi-Arabien aufhalten, hieß es. Der US-Bürger soll für seine Spionage-Dienste mehr als 300.000 Dollar (rund 271.000 Euro) und eine wertvolle Uhr erhalten haben.

Das amerikanische Gesetz schütze US-Firmen vor derartiger "rechtswidriger Fremdeinmischung", zitierte die "Washington Post" aus einer Mitteilung von David Anderson, Ankläger des Justizministeriums. Tausende Twitter-Nutzer seien von den angeblichen Ausspähungen im Auftrag der saudi-arabischen Regierung betroffen. Laut der Beschwerdeschrift waren die Twitter-Mitarbeiter im Zeitraum von 2013 bis 2015 bei dem Kurznachrichtendienst tätig.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa

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