Wirtschaft

Berichtssaison verläuft positivTech-Gewinne treiben Kurse an der Wall Street

01.05.2026, 23:26 Uhr
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Im Fokus der Anleger stehen die Quartalszahlen der Technologiekonzerne. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Angetrieben von starken Bilanzen und nachgebenden Ölpreisen, setzt sich die Aufwärtsbewegung an den US-Börsen fort. Ein Index verzeichnet sogar den besten April seit über 70 Jahren. Bei den Einzelwerten überzeugen Techkonzerne wie Apple und Atlassian.

Starke Unternehmensbilanzen und nachgebende Ölpreise haben den US-Börsen am Freitag Auftrieb gegeben. Der Standardwerteindex Dow Jones verlor 0,3 Prozent auf 49.499 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,9 Prozent auf 25.114 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 stieg um 0,3 Prozent auf 7230 Stellen. Für den S&P 500 und den Nasdaq war es die sechste Gewinnwoche in Folge und damit die längste derartige Serie seit Oktober 2024.

Im Fokus der Anleger standen die Quartalszahlen der Technologiekonzerne. Apple verbuchte Kursgewinne, nachdem der Konzern dank einer starken Nachfrage nach seinem iPhone 17 und dem MacBook Neo eine solide Umsatzprognose abgegeben hatte. In der abgelaufenen Woche hatten fünf der sieben großen Tech-Werte, der sogenannten "Magnificent Seven", ihre Bücher geöffnet. Investoren achteten dabei besonders darauf, wann sich die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz auszahlen.

Insgesamt verläuft die Berichtssaison äußerst positiv: Von den 314 S&P-500-Unternehmen, die bisher Zahlen vorgelegt haben, übertrafen nach LSEG-Daten 83 Prozent die Gewinnerwartungen. Analysten rechnen nun mit einem Gewinnwachstum von 27,8 Prozent im ersten Quartal im Jahresvergleich. "Die heutige Entwicklung ist das Sahnehäubchen auf einer weiteren soliden Woche für die Anleger, da die Berichtssaison weiterhin stärker ausfällt als erwartet", sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. Zugleich habe der S&P 500 den zweitbesten April seit 1950 verzeichnet.

Für Erleichterung sorgte zudem eine Entspannung am Ölmarkt. Zwar hielten Sorgen über die Schließung der Straße von Hormus im Zuge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran die Energiepreise hoch. Die Öl-Terminkontrakte gaben jedoch nach, nachdem Berichten zufolge der Iran einen neuen Vorschlag für Verhandlungen mit der Regierung in Washington unterbreitet hatte. Brant-Öl kostet allerdings weiterhin um die 110 Dollar pro Fass.

"Die Anleger preisen ein, wie lange diese Angebotsstörung ihrer Erwartung nach andauern wird", erklärte Tom Hainlin, Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management. Die US-Ölmultis Exxon Mobil und Chevron schlossen im Minus. Während Exxon unter den Störungen im Nahen Osten litt, verzeichnete Chevron trotz übertroffener Erwartungen den niedrigsten Gewinn seit fünf Jahren.

Konjunkturdaten zeigten derweil, dass die US-Industrie im April den vierten Monat in Folge gewachsen ist. Allerdings stieg die vom Institute for Supply Management (ISM) ermittelte Preiskomponente - ein Indikator für die Inflation - auf den höchsten Stand seit vier Jahren.

Bei den Einzelwerten sorgte Atlassian für Aufsehen: Die Aktien des Softwareunternehmens stiegen nach einer Anhebung der Prognose deutlich an. Auch die Papiere von Salesforce und ServiceNow legten zu. Die Aktien der Online-Plattform Reddit sprangen nach einer optimistischen Umsatzprognose nach oben, während die Papiere der Spieleplattform Roblox nach einer gesenkten Buchungsprognose nachgaben.

Mit dem Beginn des Monats Mai treten die Aktienmärkte historisch gesehen in eine schwächere Phase ein. Daten von Fidelity zufolge hat der S&P 500 zwischen 1945 und April 2026 von Mai bis Oktober durchschnittlich nur um etwa zwei Prozent zugelegt, verglichen mit einem Plus von rund sieben Prozent in den Monaten November bis April. Stratege Detrick zeigte sich dennoch optimistisch: "Es sieht so aus, als ob sich diese Aufwärtsdynamik im Mai sehr wohl fortsetzen könnte." 

Quelle: ntv.de, rts/bho

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