Wirtschaft

Heftige Verluste beuteln CiscoTech-Sektor zieht Wall Street runter

12.02.2026, 22:53 Uhr
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Ein unfreundlicher Donnerstag an der New Yorker Börse. (Foto: AP)

Die US-Anleger sehen derzeit vor allem die negativen Seiten der Künstlichen Intelligenz. Erneut müssen Tech-Aktien Federn lassen. Die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung erhalten keinen Rückenwind.

Mit deutlichen Abgaben, vor allem im Technologie-Sektor, hat die Wall Street den Handel beendet. Auslöser waren Aussagen von Cisco. Der Netzwerk-Ausrüster meldete für das zweite Geschäftsquartal zwar Gewinne und Umsätze, die über den Schätzungen lagen, prognostizierte aber einen anhaltenden Druck auf die Gewinnmargen aufgrund steigender Preise für Speicherchips. "Die Investoren sind wegen der Auswirkungen der KI, sowohl der guten als auch der schlechten, sehr nervös", sagte Ed Yardeni, Präsident von Yardeni Research. "Im Moment konzentrieren sie sich auf die störenden Aspekte davon."

Teilnehmer sprachen auch von erhöhter Vorsicht vor der Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten am Freitag. Sollte sich die Inflation als hartnäckig hoch erweisen, dürfte sich die Erwartung einer Zinssenkung noch weiter in die Zukunft verschieben. Am Vortag hatte bereits ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht für Januar der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank einen Dämpfer versetzt. Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 1,3 Prozent auf 49.452 Punkte. Der S&P-500 schloss 1,6 Prozent tiefer und der Nasdaq-Composite verlor 2,0 Prozent. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 824 (Mittwoch: 1478) angegeben, die der -verlierer mit 1949 (1265). Unverändert schlossen 56 (87) Titel.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche lieferte einen weiteren Hinweis auf die gute Beschäftigungslage in den USA. Demnach ging die Zahl der Amerikaner, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragten, etwas weniger deutlich zurück als angenommen, bewegte sich aber immer noch auf einem recht niedrigen Niveau. Die Verkäufe bestehender Häuser gingen im Januar deutlicher zurück als prognostiziert.

Ausverkauf bei Cisco

Cisco fielen um 12,3 Prozent. Die Bruttomargen haben sich im zweiten Quartal um 1,2 Prozentpunkte auf 67,5 Prozent verringert. Dieser Trend dürfte sich nach Einschätzung des Unternehmens fortsetzen. Dies schürte bei Investoren erhöhte Sorgen vor steigenden Preisen für Speicherchips. Im Gefolge von Cisco ging es für die Aktien von Dell Technologies, Hewlett Packard Enterprise und Arista Networks um bis zu 9,1 Prozent abwärts.

Überraschend gut sind die Geschäftszahlen von Applovin (-19,7%) ausgefallen, doch sorgten sich die Anleger, dass KI dem Geschäftsmodell von Applovin den Boden entziehen könnte, hieß es. Auch hier dürften Gewinne mitgenommen worden sein. Micron verbesserten sich um 0,9 Prozent. Die Titel profitierten weiter von den Aussagen des Finanzchefs Mark Murphy, der Bedenken wegen des harten Wettbewerbs im Segment High-Bandwidth-Chips zerstreut habe, so Händler.

Positiv wurden die Zahlen von McDonald's aufgenommen. Die Aktie gewann 2,7 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie und der Umsatz lagen über den Erwartungen der Analysten.

Dollar behauptet Gewinne - Renditen fallen

Der Dollar, der in Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten aufgewertet hatte, baute seine jüngsten Gewinne leicht aus. Der Dollar-Index verbesserte sich um 0,1 Prozent. Dass der Dollar als Reaktion auf die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten nicht stärker gestiegen ist, signalisiere eine andauernd negative Tendenz gegenüber der Währung, schreibt Francesco Pesole von ING in einer Research Note. Dies deute darauf hin, dass die Märkte aufgrund längerfristiger Überlegungen weiterhin geneigt seien, den Dollar bei Aufwertungen zu verkaufen, meint er.

Am Anleihemarkt, wo die Notierungen zur Wochenmitte etwas gesunken waren, kam es zu einer Gegenbewegung. Die Zehnjahresrendite reduzierte sich um 7,0 Basispunkte auf 4,10 Prozent. Teilnehmer verwiesen hier auf verstärkte Umschichtungen aus dem Aktienmarkt im Vorfeld der Verbraucherpreisdaten am Freitag. Zudem traf eine Auktion 30-jähriger Anleihen auf eine rege Nachfrage, was die Rendite der Langläufer drückte.

Der Goldpreis gab deutlich nach. Die Feinunze verlor 3,3 Prozent auf 4914 Dollar und rutschte damit wieder unter die Marke von 5000 Dollar. Das Edelmetall wurde von der schwindenden Aussicht auf Zinssenkungen in den USA belastet, hieß es. Höhere Marktzinsen mindern die Attraktivität des zinslos gehaltenen Goldes.

Auch für die Ölpreise ging es abwärts, was Marktteilnehmer auf den am Vortag gemeldeten, überraschend starken Anstieg der US-Rohölvorräte zurückführten. Die Notierungen für Brent und WTI fielen um bis zu 2,7 Prozent. Übergeordnet stützte aber die Möglichkeit einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Das US-Verteidigungsministerium bereitet eigenen Angaben zufolge die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in die Region vor.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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