Wirtschaft
Konzern-Chef Tim Höttges: Die Telekom spielt eine gewichtige Rolle bei der Digitalisierung Deutschlands.
Konzern-Chef Tim Höttges: Die Telekom spielt eine gewichtige Rolle bei der Digitalisierung Deutschlands.(Foto: picture alliance / Henning Kaise)
Donnerstag, 08. November 2018

Erneut Prognose angehoben: Telekom wächst auf breiter Front

Die Geschäfte im US-Markt erweisen sich für die Deutsche Telekom weiter als verlässliche Stütze. Auch in Deutschland läuft es für den Bonner Dax-Konzern gut. Konzernchef Höttges stellt höhere Gewinne in Aussicht.

Die Deutsche Telekom hat nach einem starken dritten Quartal mit Kundenwachstum und Ergebniszuwächsen in allen operativen Segmenten sowohl die Ergebnis- als auch die Cashflow-Prognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Telekom im Gefolge ihrer US-Tochter ihr Ergebnisziel anhebt. "Es geht in allen Bereichen des Konzerns bergauf", sagte Konzernchef Tim Höttges. "Wir schaffen es deshalb, die Latte wieder ein Stückchen höher zu legen."

Im abgelaufenen Quartal setzte die Telekom ihren guten Lauf auf beiden Seiten des Atlantiks fort. Auch die schwächelnde Geschäftskundensparte zeigte leichte Verbesserungen. Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt verteidigte die Telekom ihre Marktführerschaft. In Europa gewann das Wachstum an Tempo. Der Erfolgsgarant schlechthin, die Tochter T-Mobile US, lieferte einmal mehr Rekordzahlen ab.

Im Gesamtjahr soll das bereinigte Ebitda auf Basis konstanter Wechselkurse nun 23,6 Milliarden Euro erreichen. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die Telekom im Gefolge ihrer US-Tochter ihr Ergebnisziel anhebt. Beim freien Cashflow rechnet der Bonner Dax-Konzern nun mit rund 6,3 Milliarden Euro.

Änderung der Dividendenberechnung

Auf Konzernebene wuchs der Umsatz um 4,7 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Organisch legten die Erlöse um 4,1 Prozent zu. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda), mit dem die operative Ertragskraft gemessen wird, stieg um 8,5 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Organisch nahm das bereinigte Ebitda um 8,1 Prozent zu.

Unter dem Strich verdiente die Telekom von Juli bis September 1,1 Milliarden Euro doppelt so viel wie vor einem Jahr. Damals hatte unter anderem eine Wertminderung auf den Goodwill im Systemgeschäft auf dem Nachsteuergewinn gelastet. Bereinigt um Sonderfaktoren wies die Telekom einen Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter von 1,3 Milliarden Euro aus - 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der freie Cashflow, eine von Analysten stark beachtete Zahl zur Messung der Finanzkraft, lag zum Ende des dritten Quartals mit 1,9 Milliarden Euro um 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert. In diesem Jahr ist die Dividende noch an den Cashflow gekoppelt, bevor sie ab dem nächsten Jahr der Entwicklung des bereinigten Gewinns je Aktie folgen soll.

Kunden greifen bei Paket-Angeboten zu

Im Deutschland-Geschäft ging es für die Telekom weiter aufwärts. Zwar war der Umsatz des operativen Segments Deutschland leicht um 0,9 Prozent rückläufig, dies ist jedoch im Wesentlichen einer neuen Rechnungslegungsvorschrift geschuldet. Das bereinigte Ebitda stieg um 2,1 Prozent. Die mobilen Service-Umsätze legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf vergleichbarer Basis um 3,1 Prozent zu.

Die Investitionen in den Netzausbau in Deutschland zahlen sich für die Telekom aus: Die Zahl der Glasfaserkunden lag Ende September mit 11,6 Millionen um 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Bündelprodukte aus Festnetz und Mobilfunk gewinnen immer mehr an Bedeutung: Von den Mobilfunk-Vertragskunden unter der Marke Telekom nutzten im Berichtsquartal 47 Prozent ein Bündelprodukt aus dem MagentaEins-Tarifportfolio. Vor einem Jahr waren es noch 40 Prozent gewesen, und im Vorquartal 45 Prozent. Die Zahl der MagentaEins-Kunden wuchs um 14,1 Prozent auf mehr als 4 Millionen.

Im Europa-Geschäft erntete die Telekom einmal mehr die Früchte der Investitionen der vergangenen Jahre. Der Umsatz wuchs organisch, also bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises und um Wechselkurseffekte, um 2,2 Prozent und das bereinigte Ebitda um 3,6 Prozent. Unter Einbeziehung des Zukaufs UPC Austria, der seit August konsolidiert wird, fiel der Anstieg mit 3,4 Prozent beim Umsatz und 5,5 Prozent beim bereinigten Ebitda entsprechend höher aus.

Quelle: n-tv.de