Wirtschaft

Unterirdische Verkehrsentlastung Tesla-Chef Musk eröffnet Leitschienen-Tunnel

Der Verkehr in Großstädten nimmt zu, vom geliebten Auto wollen sich Halter aber nicht trennen. Tesla-Gründer Musk stellt nun ein unterirdisches Röhrensystem als Alternative zur Straße vor. Die Jungfernfahrt im Premieren-Tunnel läuft aber noch arg holperig.

Tesla-Chef Elon Musk kann einen ersten kurzen Test-Tunnel für seinen ambitionierten Plan, den Verkehr in Großstädten stärker unter die Erde zu verlegen, nutzen. Musks Firma Boring Company eröffnete eine gut 1,8 Kilometer lange Röhre in Los Angeles. Der Tunnel ist nicht viel breiter als ein Auto. Die Idee ist, dass an die Vorderräder einfahrender Fahrzeuge eine Art waagerechte Stützräder angebaut werden, die sie dank Schienen an den Wänden in der Spur halten. Das Auto fährt dann mit eigenem Antrieb durch die Röhre. Musk verspricht, man werde mit über 240 Kilometern pro Stunde unterwegs sein können.

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1,8 Kilometer lang ist der Tunnel. Bislang tuckert der Tesla nur mit 80 km/h durch die Röhre.

(Foto: REUTERS)

Bei den Testfahrten für die Medien war ein weißer Tesla Model X mit fest angeschraubten Seitenrädern allerdings deutlich langsamer unterwegs - weil man laut Musk noch nicht dazu kam, den Boden ordentlich zu glätten. So geriet auch eine Fahrt mit bis zu 80 km/h ziemlich holperig, wie der Reporter der "Washington Post" berichtete. In dem Tunnel ist zunächst einmal probeweise nur ein einziger Tesla-Elektrowagen im Einsatz. Der ursprüngliche Plan war, die Fahrzeuge durch die Tunnel auf schnell fahrenden kleinen Plattformen zu befördern.

Musk will den notorisch stockenden Verkehr in Los Angeles mithilfe eines ganzen Netzwerks aus solchen Tunneln entlasten. Die Boring Company musste dabei jedoch auch einen Rückschlag hinnehmen: Sie verzichtet auf eine der geplanten Röhren, nachdem Anwohner dagegen vorgegangen waren.

Musk hatte im Dezember 2016 erklärt, der Verkehr in der kalifornischen Großstadt treibe ihn "in den Wahnsinn". Er kündigte damals an, "eine langweilige Maschine zu bauen" und mit dem Graben anzufangen. So entstand der Name des Subunternehmens "Boring Company".

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Quelle: ntv.de, mba/dpa