Wirtschaft
Obwohl Tesla eigenen Angaben zufolge seine Produktionsziele erreicht, kommen noch nicht alle Neuwagen bei den Kunden an.
Obwohl Tesla eigenen Angaben zufolge seine Produktionsziele erreicht, kommen noch nicht alle Neuwagen bei den Kunden an.(Foto: AP)
Montag, 17. September 2018

Auslieferung stockt: Tesla gerät in eine neue "Hölle"

Nicht nur bei Dantes Göttlicher Komödie hat die Hölle mehrere Kreise, sondern offenbar auch bei Elon Musks Unternehmen. Nachdem Tesla eigenen Angaben zufolge lange in der "Produktionshölle" schmorte, wird der Autobauer nun von Logistik-Teufeln gequält.

Tesla-Chef Elon Musk ist selten um eine wortreiche Antwort verlegen, wenn er auf Probleme in seinem Konzern angesprochen wird. Nachdem er lange Zeit von einer "Produktionshölle" sprach, in der das junge Unternehmen stecke, um seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen, führt er nun eine "Logistikhölle" an, die die planmäßige Auslieferung neuer Wagen beim Kunden verhindere.

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"Entschuldigung, wir sind von der Produktionshölle in die Auslieferungslogistik-Hölle gekommen", twitterte Musk. Allerdings sei dieses Problem leichter zu bewältigen, als die angeblich inzwischen überwundene "Produktionshölle". "Wir machen schnelle Fortschritte. Sollte bald gelöst sein", schrieb Musk weiter in seiner Antwort an eine Kundin. Sie hatte sich auf Twitter beklagt, dass der Auslieferungstermin ihres Teslas mehrfach verschoben worden war.

Der Kurs der Tesla-Aktie war in der Vergangenheit immer wieder durch Nicht-Einhaltung selbstgesetzter Produktionsziele unter Druck geraten. Zwar hatte Tesla im Juni buchstäblich in letzter Minute die Marke von 5000 Wagen des Model 3 erreicht. Kritiker konnte Musk mit diesem Kraftakt allerdings nicht überzeugen. Berichten zufolge weisen die Wagen vermehrt Produktionmängel auf. Manche Analysten vermuten zudem, dass die Produktion anderer Modelle zurückgefahren wurde, um mehr Model 3 herstellen zu können.

Zuletzt hatte Musk für Verwirrung bei Anlegern gesorgt, als er zunächst einen Abschied des Elektroauto-Unternehmens von der Börse ankündigte, kurz darauf aber wieder eine Kehrtwende vollzog. Auch der Abgang von Spitzenmanagern hatte für Verunsicherung unter Kunden und Investoren gesorgt. Zudem mehren sich Berichte, dass sich Tesla - trotz Musks Versprechen, in der zweiten Jahreshälfte profitabel zu arbeiten - am Kapitalmarkt frisches Geld besorgen muss.

Quelle: n-tv.de