Wirtschaft

Nach Boykottaufruf The North Face stoppt Werbung auf Facebook

AP_19087452616504.jpg

Facebook ist auf Werbung angewiesen.

(Foto: AP)

Eine große Outdoor-Marke wirbt nicht mehr bei Facebook. Das Unternehmen reagiert damit auf eine Forderung von US-Bürgerrechtlern. Viel Zulauf hat deren Aktion allerdings nicht.

Die Outdoor-Modefirma The North Face hat sich als erste größere Marke einer Boykottaktion wegen Facebooks umstrittenen Umgangs mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten angeschlossen. "Wir sind dabei", reagierte das Unternehmen auf den Aufruf, aus Protest keine bezahlte Werbung mehr bei der Online-Plattform zu schalten. US-Bürgerrechtsorganisationen hatten die Aktion unter dem Motto "StopHateforProfit" gestartet.

Facebook
Facebook 265,28

Facebook wird schon lange vorgeworfen, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen. Angesichts der US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt ist diese Kritik wieder stark aufgeflammt. Dazu trug auch Mark Zuckerberg wesentlich bei. Der 36-jährige Konzernchef vertrat in einer Debatte um umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump den Standpunkt, dass die Tiraden von der Redefreiheit gedeckt seien und Facebook nicht einschreiten müsse. Dafür musste sich Zuckerberg auch vor seinen eigenen Mitarbeitern rechtfertigen.

Zuvor waren einige Angestellte des weltgrößten Internetnetzwerks in den Ausstand getreten, um ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren. Ein solch öffentlicher Protest ist bei den großen US-Technologiekonzernen sehr selten. Im Mittelpunkt der Kritik stehen Aussagen Trumps zu den Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des US-Amerikaners George Floyd während seiner Festnahme.

Sollte der Boykott größere Ausmaße annehmen, könnte er Facebook dort treffen, wo es für den Internetgiganten am schmerzvollsten ist. Die Werbeerlöse sind Facebooks bei Weitem wichtigste Einnahmequelle, sie machen fast den gesamten Umsatz des Konzerns aus, der im ersten Quartal umgerechnet bei rund 15,9 Milliarden Euro lag. Allerdings deutet bisher wenig darauf hin, dass die Initiative viel Zulauf von Unternehmen erhält.

Quelle: ntv.de, jga/dpa