Wirtschaft

"Müssen Auge darauf haben" Trump-Berater: Strafzölle schaden USA

Mit den jüngst verhängten Strafzöllen gegen die EU, Kanada und Mexiko haben sich die USA isoliert. Es hagelt Kritik, auch weil die Maßnahmen der US-Wirtschaft selbst schaden könnten, wie der Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump nun einräumt.

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass die neuen Strafzölle der Wirtschaft seines Landes schaden könnten. "Das könnte passieren, ich bestreite das nicht", sagte Larry Kudlow Fox News. "Darauf muss man ein Auge haben", fügte er hinzu. Die US-Wirtschaft laufe derzeit allerdings "auf Hochtouren".

Kudlow rechtfertigte die Entscheidung von Präsident Trump. Sie ziele darauf ab, ein Welthandelssystem zu reformieren, in dem es zu viele Regelverstöße gegeben habe. "Beschuldigt nicht Trump", sagte der Berater. "Beschuldigt China, beschuldigt Europa, beschuldigt Nafta. Beschuldigt alle, die keinen Handel, keine Zölle und keinen Schutz beruhend auf Wechselseitigkeit wollen." Trump reagiere nur "auf Jahrzehnte des Missbrauchs".

USA vollständig isoliert

Kudlow äußerte sich, nachdem die USA mit ihrer Zoll-Entscheidung beim G7-Finanzministertreffen in Kanada völlig isoliert dagestanden hatten und viel Kritik der Partner einstecken mussten. Kanadas Premierminister Justin Trudeau legte am Sonntag im US-Fernsehen mit Kritik nach.

Angesichts der engen Freundschaft zwischen Kanada und den USA seien die Strafzölle "beleidigend und nicht hinnehmbar", sagte Trudeau im Sender NBC. Er erinnerte daran, "dass unsere Soldaten in den Bergen von Afghanistan Seite an Seite gekämpft haben und gestorben sind". Für diese Soldaten sei die US-Entscheidung eine "Beleidigung".

Kanada "überreagiert"

Trumps Berater Kudlow wies die Äußerungen des Kanadiers zurück. "Ich denke, hier überreagiert er", sagte Kudlow. Kanada sei "ein guter Freund und Verbündeter der Vereinigten Staaten, niemand bestreitet das. Der Punkt ist aber: Wir müssen uns schützen."

Die US-Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium gelten seit Freitag. Die Ausnahme, die die USA zunächst der EU und den beiden Nachbarländern Kanada und Mexiko gewährt hatte, lief aus.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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