Wirtschaft

Verdacht auf InsiderhandelWarum Trumps Konzern jetzt auf Abnehmspritzen wettet

20.05.2026, 16:38 Uhr
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The-Trump-Tower-in-New-York-City-USA-on-April-10-2026-Photo-by-Tomas-Stevens-ABACAPRESS
Ein Sprecher von Trumps Unternehmen betonte, dass der US-Präsident keinerlei Einfluss auf die Investitionsentscheidungen habe. (Foto: picture alliance / abaca)

Egal, ob Eli Lilly, Apple oder Nvidia: Trumps Firma kauft Aktien von Unternehmen, kurz bevor diese von seiner Politik profitierten. Das zeigt die aktuelle Offenlegung der Finanzen des US-Präsidenten. Für die Demokraten ist das ein Sicherheitsdesaster, doch das Trump-Lager wiegelt ab.

Ausgerechnet während die US-Regierung eine staatlich gestützte Finanzierung von Abnehm-Medikamenten vorbereitet, kauft die Investmentfirma von US-Präsident Donald Trump laut einem Bericht des "Guardians" Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly im Wert von rund 680.000 Dollar. Die Zeitung beruft sich auf die jüngsten Offenlegungen des persönlichen Vermögens, das der Präsident als Angestellter der US-Regierung jedes Quartal veröffentlichen muss.

Ein Sprecher von Trumps Unternehmen betonte, dass der US-Präsident keinerlei Einfluss auf die Investitionsentscheidungen habe. Eli Lilly äußerte sich nicht zu dem Fall. Das Unternehmen ist der Marktführer für die beliebten Abnehmspritzen. Das neue Gesundheitsgesetz würde Analysten zufolge Dutzende Milliarden einbringen.

Bereits im Februar hat die US-Regierung zudem die Webseite "TrumpRx" veröffentlicht, auf der Amerikaner günstige Medikamente gegen Übergewicht und Diabetes finden können. Zu Beginn waren dort lediglich fünf Pharmaunternehmen vertreten, die per Direktlink auf ihre eigenen Internetauftritte verwiesen - darunter der Branchenriese Eli Lilly. Erst Anfang dieser Woche weitete die US-Regierung das Angebot aus und listete weitere Medikamente von Konkurrenzunternehmen auf einer separaten Webseite.

Scharfe Kritik von Demokraten

Eli Lilly ist nicht das einzige Unternehmen, bei dem Trumps Investmentfirma von Regierungsvorhaben profitiert. Auf seiner Chinareise wurde der US-Präsident von 17 Unternehmenschefs begleitet. An 15 der Unternehmen hält seine Firma millionenschwere Aktienbeteiligungen. Unmittelbar vor der Reise wurde bekannt, dass Trumps Firma seit Jahresbeginn Apple-Aktien im Wert von bis zu 7,2 Millionen Dollar erworben hat. Auch bei Nvidia griff das Unternehmen zu: Bereits eine Woche vor der offiziellen Genehmigung der US-Regierung für Chip-Exporte nach China kaufte die Firma Anfang Januar weitere Aktien des Halbleiterkonzerns.

Die Fälle verschärfen den Vorwurf von möglichen Interessenkonflikten des Präsidenten scharf. "Die Korruption des Präsidenten ist ein nationales Sicherheitsdesaster", schrieb die Demokratin Elizabeth Warren auf X.

Analysten weisen zwar darauf hin, dass Trumps Firma auch ohne dessen direkte Anweisung in die größten und profitabelsten Unternehmen investieren kann. Kritiker werfen dem US-Präsidenten jedoch vor, private und staatliche Interessen zu vermischen. Denn auffällig ist: Seine Firma kaufte Aktien von Unternehmen genau zu oder sogar unmittelbar vor dem Zeitpunkt, als Trump diese öffentlich lobte.

Trump: Interessenkonflikte gelten nicht

Ein Sprecher von Trumps Investmentsparte stritt jegliche persönliche Involvierung des US-Präsidenten ab. "Weder Präsident Trump noch seine Familie oder die Trump Organization spielen eine Rolle bei der Auswahl, Steuerung oder Genehmigung bestimmter Investitionen. Sie werden nicht im Voraus über Handelsaktivitäten informiert und haben keinerlei Einfluss auf Investitionsentscheidungen oder die Portfolioverwaltung", teilte ein Unternehmenssprecher in einer Mitteilung mit. Trumps Sohn Eric bezeichnete die Korruptionsvorwürfe von Warren als Lüge.

Auch sein Vize, JD Vance, verteidigte seinen Chef vor der Presse: "Der Präsident sitzt nicht im Oval Office vor seinem Computer und handelt über sein Robinhood-Konto mit Aktien. Das ist absurd." Trump selbst betonte laut "New York Times" bereits in der Vergangenheit, dass die Gesetze zu Interessenkonflikten für ihn als Präsidenten nicht gelten.

Quelle: ntv.de, gri

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