Wirtschaft

Zentralbank vor Personalwechsel Trump will Fed-Kritikerin im Vorstand

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Trump kritisiert seinen Notenbankchef immer wieder heftig und will ihm nun eine Kritikerin zur Seite stellen.

(Foto: REUTERS)

Donald Trump wird wohl eine Anhängerin des Goldstandards für das Führungsgremium der US-Notenbank vorschlagen. Mit der Wahl seiner früheren Wahlkampfmanagerin würde Trump einen weiteren Treffer gegen Fed-Präsident Powell landen und ihn bei einem wichtigen Thema unter Druck setzen.

US-Präsident Donald Trump will eine frühere Wahlkampfberaterin, die mit der Rückkehr zum Goldstandard liebäugelt, für einen Fed-Direktorenposten nominieren. Auf Twitter gab Trump an, er würde die jetzige US-Direktorin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, Judy Shelton, gern im Führungsgremium der US-Notenbank sehen.

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Shelton war 2016 im Wahlkampfteam Trumps für Wirtschaftsfragen zuständig. Sie hatte damals in einem Interview mit "Fortune" ein Pilotprojekt zur Ausgabe von mit Gold gedeckten US-Anleihen vorgeschlagen: "Für all jene, die Sorgen über eine finanzielle Kernschmelze umtreibt, würden diese Bonds eine gewisse Sicherheit bieten." Shelton gilt außerdem - genau wie Trump - als scharfe Kritikerin der Politik des derzeitigen Fed-Präsidenten Jerome Powell.

Zugleich zeigte sich Shelton offen für ein internationales Finanztreffen nach dem Vorbild der für die Währungsordnung der Nachkriegszeit prägenden Bretton Woods-Konferenz von 1944. Als Verhandlungsort brachte sie dafür Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida ins Gespräch. Der Westen hatte sich Anfang der 1970er-Jahre von der Golddeckung verabschiedet, der integraler Teil der Bretton-Woods-Währungsarchitektur war.

Shelton will Leitzins "möglichst schnell" senken

Neben Shelton will Trump auch den Ökonomen Christopher Waller für einen der zwei vakanten Fed-Direktorenposten vorschlagen. Das Führungsgremium der Notenbank umfasst insgesamt sieben Gouvernors. Waller ist derzeit bei dem Ableger der Fed in St. Louis tätig und war zuvor Professor für Volkswirtschaft an der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana. Der wegen sexistischer Äußerungen in die Kritik geratene Wunschkandidat Trumps für einen Direktorenposten, Steve Moore, hatte zurückgezogen. Auch Trumps Vertrauter und Wahlkampf-Spendensammler Herman Cain warf das Handtuch.

Der US-Präsident attackiert schon länger die Notenbank und vor allem deren Chef Jerome Powell, den er selbst nominiert hatte. Trump verlangt von Powell, die Zinsen zu senken, um so den wirtschaftlichen Aufschwung der USA zu stabilisieren. Powell dagegen hält die Zinsen bisher stabil, verweist auf die Unabhängigkeit der Fed und hat immer wieder betont, er lasse sich nicht unter Druck setzen.

Shelton hat bereits erklärt, die Zinsen "so schnell wie möglich" senken zu wollen. Waller hat sich dazu noch nicht geäußert. Trump wird seine beiden Kandidaten nun offiziell bestätigen müssen, bevor der Senat sie dann bestätigen oder ablehnen kann.

Quelle: n-tv.de, lwe/rts

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