Wirtschaft

Macron: "Inakzeptabel"Trumps Grönland-Zolldrohung überrascht Dänemark

17.01.2026, 20:32 Uhr
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Die Menschen auf Grönland fürchten um ihr Selbstbestimmungsrecht. (Foto: picture alliance / MAXPPP)

Trump will Grönland unbedingt den USA einverleiben und zieht die Daumenschrauben bei jenen Staaten an, die das nicht zulassen wollen. Seine Zollandrohung befremdet Frankreich und Co. Die Pläne gefährden auch die Ratifizierung des Handelsabkommens mit der EU.

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen zeigt sich von der Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump gegenüber mehreren europäischen Staaten im Grönland-Konflikt überrascht. Das teilte der Däne in einer Stellungnahme der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge mit. Dänemark stehe derzeit in engem Kontakt mit der EU-Kommission. Die Bundesregierung erklärte, dass man Trumps Worte zur Kenntnis genommen habe und sich mit den europäischen Partnern beraten werde.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weist die Zollandrohung gar ganz zurück. "Zolldrohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang nichts zu suchen", schreibt Macron auf X. Sollten die Maßnahmen bestätigt werden, würden die Europäer darauf geschlossen und koordiniert reagieren. Weder Einschüchterung noch Drohungen würden die Europäer beeinflussen, sei es in der Ukraine, in Grönland oder anderswo. Von der EU hieß es, man sorge sich vor einer "gefährlichen Abwärtsspirale". Die EU-Botschafter kommen am Sonntag laut Diplomatenkreisen zu einer Krisensitzung zusammen.

Platzt das Handelsabkommen mit der EU?

Im EU-Parlament regt sich derweil Widerstand gegen die in den kommenden Tagen geplante Ratifizierung des EU-US-Handelsabkommens. Seine Partei sei zwar für die Vereinbarung, schreibt der Fraktionsvorsitzende der EVP, Manfred Weber, auf X. "Aber angesichts der Drohungen von Donald Trump bezüglich Grönland ist eine Zustimmung derzeit nicht möglich." Die Nullzölle auf US-Produkte müssten auf Eis gelegt werden. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte die Europäer kurz nach Trumps Zollankündigung dazu aufgefordert, den Streit über Grönland auszuklammern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten im Juli 2025 eine Einigung über Zölle und Handel erzielt.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mahnte auf X, Zölle gegen europäische Verbündete gefährdeten den Wohlstand auf beiden Seiten des Atlantiks. Zudem spielten sie China und Russland in die Hände. "Sie sind es, die von der Spaltung der Verbündeten profitieren."

Trump stößt sich daran, dass Deutschland und andere europäische Staaten jüngst teils auf Einladung Dänemarks Soldaten auf die Insel geschickt haben. Er will Grönland, das Teil des Königreiches Dänemark ist, den USA einverleiben und begründet dies immer wieder auch mit Sicherheitsinteressen. Der Zweck der verstärkten militärischen Präsenz in Grönland bestehe jedoch genau darin, die Sicherheit in der Arktis zu erhöhen, sagte Rasmussen den Angaben zufolge weiter.

Trump hat unter Verweis auf den Grönland-Konflikt zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab Anfang Februar angekündigt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, teilte Trump mit. Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland, an dem auch Rasmussen teilnahm, hatte am Mittwoch keine Lösung im Konflikt um die Besitzansprüche der USA gebracht.

Quelle: ntv.de, ses/ino/dpa/rts

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