Wirtschaft

Trumps Ultimatum im BlickWall Street hofft auf Pakistans Waffenruhe-Vorstoß

07.04.2026, 22:59 Uhr
00:00 / 05:57
Bobby-Charmak-works-on-the-floor-at-the-New-York-Stock-Exchange-in-New-York-Tuesday-April-7-2026
Kauflaune kommt an der Wall Street gerade nicht auf. (Foto: AP)

Die US-Anleger schauen zwischen Hoffen und Bangen in Richtung Iran. Ein Ultimatum von US-Präsident Trump soll das Mullah-Regime zur Öffnung der Straße von Hormus zwingen. Pakistan schlägt eine Waffenruhe vor, was die Märkte wieder aus der Talsohle holt.

Die Wall Street hat sich im späten Geschäft deutlich erholt, der breite Markt schaffte den Sprung ins Plus. Die US-Börsen kamen von den Tagestiefs zurück, nachdem Pakistan US-Präsident Donald Trump um eine zweiwöchige Verlängerung seiner Frist an den Iran gebeten hatte. Vor Bekanntwerden der Schlagzeilen hatten Händler von wachsendem Unbehagen wegen des in der Nacht endenden Ultimatums von Trump an den Iran gesprochen. Er hatte mit einer massiven Eskalation im Iran-Krieg gedroht, sollte der Mullah-Staat die Seestraße von Hormus für die Schifffahrt nicht wieder freigeben. Meldungen über US-Angriffe auf die iranische Insel Charg - einem wichtigen Verladezentrum für iranisches Erdöl - ließen keine Kauflaune für Aktien aufkommen.

"Sofern es keine Fortschritte auf diplomatischer Ebene gibt, wird es für Investoren schwierig sein, vor Ablauf der 20-Uhr-Frist des Präsidenten an den Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen oder mit dem Zorn des US-Militärs zu rechnen, größere Risiken einzugehen", sagte Marktstratege Paul Hickey von Bespoke Investment. Der Dow-Jones-Index sank um 0,2 Prozent auf 46.584 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite stiegen dagegen um jeweils 0,1 Prozent. Den 1289 (Montag: 1765) Kursgewinnern an der Nyse standen 1457 (989) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 68 (60) Titel.

Die Ölpreise zogen zunächst mit US-Angriffen auf die iranischen Insel Charg an, drehten mit dem diplomatischen Vorstoß Pakistans im späten Geschäft aber knapp ins Minus. Trump hatte mit einem massiven Bombardement von Brücken und Kraftwerken gedroht, falls der Iran seiner Aufforderung nicht nachkomme. "Ein Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur würde eine erhebliche Eskalation des Krieges bedeuten (...)", hieß es bei Ritterbusch & Associates. Ein Fass der US-Erdölsorte WTI verbilligte sich um 0,6 Prozent.

Dollardindex fällt mit Ölpreisen

Mit den spät gesunkenen Ölpreisen legten sich auch wieder Inflations- und Zinserhöhungsspekulationen etwas. Am Anleihemarkt drehten die Renditen parallel zu den Ölpreisen ins Minus, die zehnjährige bei US-Staatsanleihen zwei Basispunkte auf 4,31 Prozent. Die Auswirkungen hoher Energiepreise dürften sich aber voraussichtlich in den US-Inflationsdaten für März, die am Freitag veröffentlicht werden, zeigen, so die Strategen von Blackrock.

Der Dollarindex verlor mit der diplomatischen Initiative etwas an Zuspruch als sicherer Hafen und gab 0,3 Prozent nach. Der Goldpreis stieg mit dem gefallenen Greenback und niedrigeren Marktzinsen um 1.3 Prozent je Feinunze. Der Dollar dürfte aber gefragt bleiben, es sei denn, im Nahost-Konflikt werde ein Waffenstillstand erreicht oder die von Präsident Trump gesetzte Frist an den Iran werde längerfristig verschoben, urteilte ING-Analyst Chris Turner. Im aktuellen Umfeld sorgten die US-Konjunkturdaten für keinen Impuls. Der Auftragseingang langlebiger Güter war im Februar etwas stärker zurückgegangen als erwartet.

Apple stößt auf technische Hürden

Unter den Einzelwerten ging es für die Aktien des Krankenversicherers Humana 7,9 Prozent nach oben. Die US-Regierung hatte die Vergütungssätze für private Krankenversicherungen deutlich stärker angehoben als gedacht. Die Papiere von UnitedHealth stiegen um 9,4 Prozent, CVS Health rückten um 6,7 Prozent vor.

Apple sanken um 2,1 Prozent, das lang erwartete faltbare Mobiltelefon des iPhone-Herstellers stieß laut Nikkei Asia auf technische Hürden und es könnte zu Lieferverzögerungen kommen. Broadcom legten um 6,2 Prozent zu. Aus einer Mitteilung ging hervor, dass der Chiphersteller seine Zusammenarbeit mit Alphabet (+2,1%) bis 2031 verlängert hat. Elon Musk kooperiert mit Intel (+4,2%) bei dem ehrgeizigen Terafab-Projekt. Arm rutschten um 3,3 Prozent ab - Morgan Stanley hatte die Aktie abgestuft.

Kreuzfahrtaktien fielen auf breiter Front wegen geschwundener Hoffnungen auf ein rasches Kriegsende: Norwegian Cruise Line, Carnival und Royal Caribbean gaben um bis zu 3,3 Prozent ab. Die Aktien von Casey's General Store verloren 0,8 Prozent, obwohl sie mit Handelsbeginn am 9. April in den S&P-500 aufgenommen werden. Sie ersetzen dort die Aktien von Hologic, die infolge der Übernahme durch Blackstone und TPG Global aus dem Index herausgenommen werden.

Alles Weitere zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

Iran-KriegWall StreetIranÖlpreisStraße von Hormus