Dax nach unruhigem Handel dick im Minus
Anleger an den europäischen Aktienmärkten hatten das von US-Präsident Donald Trump gestellte Ultimatum an den Iran zur Öffnung der Straße von Hormus im Blick. Der Dax zeigte sich heute sehr schwankend und ging mit einem Abschlag von 1,1 Prozent auf 22.922 Punkte aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 1,2 Prozent tiefer bei 5624 Stellen.
Trump hat dem Iran eine Frist bis Dienstagabend (Ortszeit US-Ostküste, Nacht auf Mittwoch MESZ) gesetzt, um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, werde das US-Militär sämtliche Kraftwerke und Brücken des Landes zerstören. Der Iran hatte einen über Pakistan vermittelten US-Vorschlag für eine Feuerpause zuletzt zurückgewiesen und stattdessen ein dauerhaftes Ende des Krieges gefordert.
Je näher die Frist rückte, desto größer wurde die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern. "Wir befinden uns wieder in einem von Trump auferlegten Countdown und es gibt keine Möglichkeit, mit Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird", sagte Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com.
Wie Anleger Chancen trotz Risiken nutzen können
Krieg, steigende Ölpreise und Inflation - Anlässe für Sorgen gibt es zur Zeit genug. Aber zwischendurch keimt auch Hoffnung auf. Wie sich der Dax in diesem Spannungsfeld verhält und wie sich Anleger darauf einstellen können, darüber spricht Raimund Brichta mit Anja Schneider von der Société Générale.
Aktien von Düngerproduzenten schnellen hoch
Kräftige Kursgewinne gibt es am Nachmittag bei den Aktien der Düngerhersteller. Yara springen um 6,3 Prozent, bei K+S geht es 4,9 Prozent höher. Beide werden von der Erwartung auf eine Eskalation im Persischen Golf getrieben. Dies könnte die Düngerpreise weiter nach oben treiben. Zweifel an der Versorgungssicherheit gibt es aber noch nicht. Die hohen Kursgewinne bei Yara werden zudem befeuert durch eine Kaufempfehlung durch Pareto. Die Gewinnprognosen für die kommenden Jahre haben sie in der Spitze um bis zu 75 Prozent erhöht.
"Im Augenblick Portfolio sehr auf kurze Sicht steuern"
Commerzbank: Keine Lösung mit Unicredit in Sicht
Die Commerzbank beharrt im Übernahme-Ringen mit ihrem Großaktionär Unicredit auf ihrer Eigenständigkeit und will Anfang Mai neue Finanzziele verkünden. Auf Grundlage der jüngsten Verlautbarungen der italienischen Großbank sei "eine einvernehmliche Lösung aus Sicht der Commerzbank aktuell nicht erkennbar", teilte der Frankfurter Dax-Konzern mit. Die Commerzbank werde wie angekündigt mit der Veröffentlichung ihrer Zahlen für das erste Quartal am 8. Mai eine Anhebung ihrer Finanzziele kommunizieren.
Die Unicredit, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits größter Aktionär der Commerzbank ist und nach jüngsten Angaben insgesamt Zugriff auf knapp unter 30 Prozent der Anteile hat, hatte Mitte März ein freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt. In einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Mai will sich die Unicredit die Zustimmung ihrer Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung einholen.
Minus an der Wall Street - Dax rutscht unter 23.000
Mit leichten Verlusten ist die Wall Street in den Handel gestartet. Die Stimmung bleibt vor der von US-Präsident Donald Trump für Dienstagnacht an den Iran gesetzten Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus von Unsicherheit geprägt. Für den Fall, dass der Iran das Ultimatum verstreichen lässt, hat Trump mit massiven Angriffen auf die iranische Energie-Infrastruktur gedroht. Der Dow-Jones-Index verliert kurz nach der Eröffnung 0,3 Prozent auf 46.515 Punkte. Für dem S&P-500 geht es um 0,4 Prozent nach unten und der Nasdaq-Composite büßt 0,5 Prozent ein.
Derweil ist in Frankfurt der Dax wieder in die Minuszone gerauscht. Der deutsche Leitindex sackt um 0,8 Prozent auf 22.969 Punkte ab. Der EuroStoxx50 verliert 0,5 Prozent auf 5663 Stellen.
USA attackieren Charg - Öl-Futures gehen hoch
Die Öl-Futures notieren höher, da die USA im Vorfeld der von Präsident Trump gesetzten Frist für den Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus militärische Ziele auf der iranischen Insel Charg angreifen. Trump hat mit einem massiven Bombardement von Brücken und Kraftwerken gedroht, falls der Iran der Aufforderung nicht nachkommt. Der Markt "scheint entweder eine weitere Verzögerung von Trumps Drohung, die Energieinfrastruktur des Irans anzugreifen, einzupreisen oder mit einer Art von Abkommen zu rechnen", schreibt Ritterbusch & Associates in einer Research Note. "Ein Angriff auf die iranische Energieinfrastruktur würde eine erhebliche Eskalation des Krieges bedeuten, der bereits auf ein zu Beginn des letzten Monats unerwartetes Niveau hochgefahren wurde." WTI steigt um 2,3 Prozent auf 115,11 US-Dollar je Barrel und Brent legt um 0,7 Prozent auf 110,54 US-Dollar zu.
Gedämpfter Dollar-Anstieg könnte auf schwächere US-Wirtschaft hindeuten
Die moderate Aufwertung des US-Dollar als Reaktion auf den sprunghaften Anstieg der Energiepreise verdeutliche, dass die US-Wirtschaft im Vergleich zum Inflationsschock von 2022 auf einem schwächeren Fundament stehe, schreibt Derek Halpenny von der MUFG Bank in einer Research Note. "Der DXY-Dollar-Index ist seit Beginn des [Iran-]Konflikts um etwa 2,5 Prozent gestiegen, obwohl Rohöl um fast 60 Prozent zugelegt hat, was eine verhaltenere Reaktion am Devisenmarkt ist, als es die Daten der Vergangenheit nahelegen."
Die USA sind ein Netto-Ölexporteur. Der aktuelle Preisschock könnte jedoch stärkere Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben als erwartet und die Stimmung in der Wirtschaft sowie die Beschäftigung beeinträchtigen, meint er. Der DXY notiert stabil bei 99,977.
Schweizer Konzern erweitert Alzheimer-Forschung mit Eli Lilly
AC Immune hat seine Kooperationsvereinbarung mit Eli Lilly überarbeitet und dabei die Entwicklung potenzieller Behandlungen für Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen verlängert. Das Schweizer Biopharmaunternehmen teilte mit, die Partnerschaft zur Entwicklung sogenannter Tau-Aggregationsinhibitoren werde erweitert. AC Immune erhält dafür eine Vorauszahlung von 10 Millionen Schweizer Franken sowie eine zusätzliche Zahlung, die an den Beginn von Phase-1-Studien geknüpft ist.
Das Unternehmen erklärte, dass es zudem weiterhin für mehr als 1,7 Milliarden Schweizer Franken an Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerziellen Meilensteinzahlungen sowie für gestaffelte Lizenzgebühren im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Frage kommt. Die Aktie von AC Immune stieg im vorbörslichen US-Handel um 4,4 Prozent.
Aussicht auf höhere Zahlungen lässt Aktien von US-Krankenkassen hochschnellen
Die USA wollen die Zahlungen an private Krankenversicherer im kommenden Jahr erhöhen und treiben damit den gesamten Sektor nach oben. Die Titel der Branchenriesen Humana, CVS und UnitedHealth springen vorbörslich um rund sechs bis zehn Prozent nach oben. Die US-Regierung will nach eigenen Angaben die Zahlungen an Versicherer, die das staatlich geförderte Gesundheitsprogramm Medicare Advantage anbieten, im Schnitt um 2,48 Prozent erhöhen. Im Januar hatte sie eine Anhebung um nur 0,09 Prozent in Aussicht gestellt, was Aktien aus der Branche deutlich belastete. Die Versicherer führten daraufhin an, der Vorschlag spiegele die gestiegenen Kosten für medizinische Behandlungen nicht wider.
Unsicherheit an der Wall Street
Mit einer kaum veränderten Tendenz dürfte die Wall Street heute in den Handel starten. Der Future auf den S&P-500 zeigt sich mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent. Die Stimmung bleibt vor der von US-Präsident Donald Trump für Dienstagnacht an den Iran gesetzten Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus von Unsicherheit geprägt.
Die Auswirkungen hoher Energiepreise werden sich voraussichtlich in den US-Inflationsdaten für März zeigen, die am Freitag veröffentlicht werden. Laut der Konsensprognose von Ökonomen soll die jährliche Inflation für März auf 3,3 Prozent steigen nach 2,4 Prozent im Februar.
Vollzieht die EZB eine "vorbeugende" Zinserhöhung?
Angesichts der Tendenz, erneut "too little, too late" zu vermeiden, geht Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments, nun von einer "vorbeugenden" Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte aus. Diese würde den Einlagenzins auf 2,25 Prozent anheben und damit ans obere Ende des neutralen Bereichs. Sollte der Iran die Straße von Hormus weiter einschränken und eine Eskalation in der Folge Zweitrundeneffekte befeuern, könnten weitere Zinserhöhungen folgen. Dies lasse eine Straffung von rund 75 Basispunkten im Jahr 2026 als plausiblen Marktpreisanker erscheinen.
Deutscher Automarkt mit starkem März
Der deutsche Automarkt hat im März einen deutlichen Anstieg verbucht. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte, stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 16 Prozent auf 294.161 Einheiten. Für das gesamte erste Quartal stand ein Anstieg um 5,2 Prozent auf 699.404 Pkw zu Buche. Getragen wurde der Anstieg im März von Elektro-Pkw (BEV), deren Neuzulassungen um zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 70.663 Einheiten zulegten. Die Neuzulassungen von Benzinern und Dieselfahrzeugen sanken.
Branchenführer Volkswagen verzeichnete einen Anstieg um 3,2 Prozent auf 52.556. Die Premiummarke Audi steigerte den Absatz um ein Viertel auf 22.013 Autos, bei BMW betrug das Plus 16,5 Prozent auf 24.308 Pkw. Mercedes kam auf 23.710 Verkäufe, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Renditen von US-Staatsanleihen stabilisieren sich - Stimmung fragil
Die Renditen von US-Staatsanleihen stabilisieren sich, nachdem sie zuvor am Tag gestiegen waren. Die Stimmung bleibt jedoch im Vorfeld der von Präsident Donald Trump für Dienstagnacht an den Iran gesetzten Frist zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus fragil. Die nahende, von Trump für den Iran gesetzte Frist habe die Anleger in Atem gehalten, schreibt Joseph Dahrieh von Tickmill in einer Research Note. Die Einschätzung der Anleger bezüglich der Auswirkungen des Nahost-Krieges auf Inflation und Wachstum sei ein entscheidender Faktor für Zinsänderungen der Zentralbanken. "In naher Zukunft wird eine Zinspause erwartet, mit begrenzten Erwartungen für geldpolitische Änderungen in diesem Jahr," sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Federal Reserve.
Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe steigt um 0,2 Basispunkte auf 3,851 Prozent, während die Rendite der zehnjährigen Anleihe laut Tradeweb um 0,6 Basispunkte auf 4,328 Prozent nachgibt.
Furcht vor neuen US-Exportbeschränkungen lässt ASML-Aktie abschmieren
Die Furcht vor weiteren US-Ausfuhrbeschränkungen für China hat die ASML-Aktie stark belastet. Das Papier des Chipindustrie-Zulieferers fiel in Amsterdam um bis zu 4,7 Prozent und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit Ende November zu. Eine parteiübergreifende Gruppe von US-Politikern hatte vergangene Woche einen Gesetzesvorschlag für weitere Restriktionen bei der Ausfuhr von Anlagen zur Chipherstellung nach China eingebracht. Das geplante Gesetz würde sich direkt auf die Lieferungen von DUV-Immersionsanlagen durch ASML nach China sowie auf die damit verbundenen Service-Einnahmen auswirken, teilten die Analysten von JP Morgan mit.
Bestehende, mit den USA abgestimmte und von der niederländischen Regierung durchgesetzte Vorschriften hindern ASML bereits daran, seine modernsten Werkzeuge nach China zu liefern. ASML verkauft jedoch weiterhin ältere DUV-Anlagen an chinesische Chiphersteller. Das neue Gesetz würde dies verbieten.
Dax verspürt nachösterlichen Aufwind
Update von der Frankfurter Börse: Nach einem Start knapp im Minus ist der Dax deutlich in den grünen Bereich gedreht. "Der Abgabedruck flaute bereits schnell ab", sagte ein Händler. Der Dax lag am Mittag 0,8 Prozent höher bei 23.347 Punkten. Der EuroStoxx50 stieg um 0,9 Prozent auf 5745 Stellen. Der Euro lag um 0,2 Prozent fester bei 1,1564 US-Dollar. Brent-Öl war um 0,5 Prozent billiger und lag bei 108,70 Dollar pro Barrel. WTI-Öl verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 112,24 Dollar.
US-Investor bietet Megasumme für Universal Music
Der US-Investor Bill Ackman will den weltgrößten Musikkonzern Universal Music Group (UMG) für rund 55,75 Milliarden Euro übernehmen. Seine Investmentfirma Pershing Square habe ein entsprechendes unverbindliches Angebot unterbreitet, teilte sie mit. Die Offerte aus Barmitteln und Aktien bewerte Universal Music mit 30,40 Euro je Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von 78 Prozent auf den letzten Schlusskurs von 17,10 Euro. UMG, das größte der drei Major-Label neben Sony Music und Warner Music, hat unter anderem Künstler wie Taylor Swift, BTS oder Billie Eilish unter Vertrag.
Den Plänen zufolge sollen die UMG-Aktionäre für jedes ihrer Papiere 5,05 Euro in bar sowie 0,77 Aktien einer neuen Gesellschaft erhalten. Das Management von UMG habe hervorragende Arbeit geleistet und eine erstklassige Künstlerriege aufgebaut, sagte Pershing-Chef Ackman. Dennoch habe sich der Aktienkurs von UMG schlecht entwickelt. Als Gründe nannte Pershing Square unter anderem die Unsicherheit über den 18-prozentigen Anteil der Bolloré-Gruppe sowie eine verschobene US-Börsennotierung.
ING bläst Verkauf von Russland-Geschäft ab
Die niederländische Bank ING hat den Verkauf ihres Russland-Geschäfts an die in Moskau ansässige Global Development JSC abgesagt. Es gebe keine realistische Erwartung mehr, dass der Käufer die erforderlichen Genehmigungen für die Transaktion erhalten werde, teilte das Geldhaus mit. Der Verkauf war im Januar 2025 angekündigt worden.
ING betonte, weiterhin keine Zukunft in Russland zu sehen. Das Institut geht davon aus, dass jedes alternative Ausstiegsszenario in etwa die gleichen finanziellen Auswirkungen haben wird wie die nun geplatzte Vereinbarung. Die Belastung der harten Kernkapitalquote (CET1) werde auf sieben Basispunkte geschätzt, erklärte die Bank. Bei der Ankündigung des Verkaufs im vergangenen Jahr hatte der Konzern mitgeteilt, er rechne mit einer Gewinnbelastung von 700 Millionen Euro.
Sentix funkt "Land unter" für Deutschland
Die Konjunkturstimmung in Deutschland hat sich nach dem kriegsbedingten Einbruch im März im April weiter eingetrübt. Der von dem Beratungsinstitut Sentix erhobene Konjunkturindex sinkt auf minus 27,7 (März: minus 12,1) Punkte. Der Index der Lagebeurteilung geht auf minus 38,0 (minus 25,0) Punkte zurück - der erste Rückgang seit Dezember 2025. Der Index der Erwartung fällt auf minus 16,8 (plus 1,8) Punkte, den niedrigsten Wert seit September 2024. "Sowohl der Ifo als auch der ZEW haben die März-Indikation vom 'first mover' bereits nachvollzogen. Weitere Rücksetzer sind gemäß der neuesten Sentix-Vorgabe im April wahrscheinlich. Damit dürfte der Weg für die übrigen Frühindikatoren klar vorgezeichnet sein", kommentiert Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Zahlen. Der Sentix-Konjunkturindex des Euroraums verringert sich auf minus 19,2 (minus 2,1) Punkte, wobei der Lageindex auf minus 22,8 (minus 9,5) Punkte sinkt und der Erwartungsindex auf minus 15,5 (plus 3,5) Punkte.
"Der Iran-Krieg lässt die Stimmung abstürzen", meinte Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe. "Hervorzuheben ist, dass auch die USA deutlich problematischer angesehen werden. Angesichts der jüngsten Verhandlungen ist ein baldiges Kriegsende zumindest etwas in Sicht. Zerstörte Produktionsanlagen wird eine nachhaltige Stimmungswende kaum zulassen. Die Gefahr ist groß, dass der Iran-Krieg zu einer schweren Ölkrise führt und in eine Weltrezession mündet."
Benzinpreis kratzt am Allzeithoch - wieder Rekord bei Diesel
Die Kraftstoffpreise steigen immer weiter. Während Diesel inzwischen den sechsten Tag in Folge neue Allzeithochs aufstellt, kratzt nun auch der Benzinpreis am bisherigen Rekord aus dem März 2022, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. So kostete ein Liter der günstigsten gängigen Sorte Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags 2,192 Euro. Das waren 1,1 Cent weniger als beim Allzeithoch 2022. Ein Liter Diesel kostete 2,443 Euro.
Damit fiel der Preisanstieg aber zumindest geringer aus als zuletzt. E10 verteuerte sich nur um 0,1 Cent, Diesel um 0,3 Cent. Vergangene Woche hatten die Preise noch teilweise um mehrere Cent pro Tag zugelegt. Verglichen mit dem letzten Tag vor Einführung der 12-Uhr-Regel am 1. April hat sich E10 seither um weitere 8,5 Cent pro Liter verteuert, Diesel um 12,7 Cent. Im Vergleich zum letzten Tag vor Kriegsausbruch ist es noch deutlich mehr: gut 41 Cent bei E10 und fast 70 Cent bei Diesel.
Anleger denken um - welche Strategien jetzt gefragt sind
Immer mehr Anleger hinterfragen klassische Strategien. Statt starrer Ansätze rücken Flexibilität, neue Anlageklassen und kurzfristige Chancen in den Fokus. Gleichzeitig verändert sich das Informationsverhalten: Entscheidungen werden schneller getroffen, Trends wechseln rascher. Welche Strategien setzen sich durch? Worauf achten Anleger heute besonders? Und was bedeutet das für die Geldanlage in der Zukunft? Darüber diskutiert Raimund Brichta mit Dirk Heß von nxtAssets und David Hartmann von Vontobel.
Siemens Energy unter Druck
Trotz Rekordgewinn und voller Auftragsbücher wird die Siemens-Energy-Aktie abgestraft. Sie ist aktuell der größte Verlierer im Dax. Grund: Rund 35 Prozent des Gasturbinen-Auftragsvolumens hängen an der Nahost-Region.
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Anleger fliegen auf Samsung Electronics und SK Hynix
Nach einer leicht positiven Vorgabe aus dem Ostermontagshandel an der Wall Street sind auch die Leitbörsen in Asien etwas gestiegen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Drohungen von US-Präsident Trump gegen den Iran wirkten weiter steigende Ölpreise allenfalls leicht bremsend.
In Tokio verbesserte sich der Topix um 0,2 Prozent, in Seoul kam der Kospi nach seinem kräftigen Plus am Vortag um weitere 0,8 Prozent voran. Hier stützte unter anderem das Schwergewicht Samsung Electronics. Die Aktie verteuerte sich um 1,8 Prozent, nachdem der Technologieriese für das erste Quartal einen mehr als achtfachen Anstieg des operativen Gewinns gegenüber dem Vorjahr in Aussicht gestellt hatte.
Dies deutet auf ein Rekordergebnis hin, das vom Flaggschiff-Halbleitergeschäft des Unternehmens getragen wird, gestützt auf eine robuste, durch Künstliche Intelligenz (KI) angeheizte Chip-Nachfrage. Der Kurs des Halbleiterherstellers SK Hynix gewann 3,4 Prozent.
LG Electronics büßten dagegen 2,1 Prozent ein, obwohl der Anbieter von Unterhaltungselektronik vorläufige Ergebnisse gemeldet hatte, die die Markterwartungen übertrafen. Marktteilnehmer spekulierten, dass hier die guten Nachrichten zu Gewinnmitnahmen genutzt wurden, nachdem der Kurs seit Jahresbeginn bereits um rund 20 Prozent gestiegen sei.
In Shanghai schloss der Composite-Index 0,3 Prozent fester. Die Börse in Hongkong blieb heute noch geschlossen.
Dax zwischen Eskalationsängsten und Waffenstillstandshoffnungen
Der deutsche Aktienmarkt kann der positiven Wall Street vom Vorabend nicht folgen. Der Dax startet 0,1 Prozent leichter bei 23.144 Punkten. Auch in Asien war am Morgen Zurückhaltung zu spüren. Anleger reagieren nervös auf die Nachrichtenlage im Nahostkonflikt. Für die kommenden Tage entscheidend wird, wie sich der Nahost-Konflikt entwickelt.
Goldpreis gibt nach - Warten auf Ausgang von Trumps Iran-Ultimatum
Vor dem Ablauf eines von US-Präsident Donald Trump gesetzten Ultimatums an den Iran haben sich die Anleger bei Gold zurückgehalten. Eine Feinunze des Edelmetalls verbilligt sich am Dienstag um bis zu 0,6 Prozent auf 4617,36 Dollar. "Alle warten gespannt auf das Ergebnis dieser Tirade, die der Präsident in den vergangenen Tagen von sich gegeben hat", sagte Ilya Spivak von der Finanzhandelsplattform Tastylive.
Trump hat dem Iran eine Frist bis Dienstagabend gesetzt, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Sollte es bis dahin keine Einigung geben, werde die US-Armee sämtliche Kraftwerke und Brücken des Landes zerstören. Die durch den Konflikt gestiegenen Ölpreise schüren zwar Inflationssorgen; höhere Zinsen mindern allerdings die Attraktivität der zinslosen Anlage Gold.
Ifo: Geschäftsklima in der Autoindustrie "deutlich schlechter"
Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im März etwas eingetrübt. Der Indikator fiel auf minus 18,7 Punkte, von minus 15,7 Punkten im Februar. "Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als im Vormonat. Die Geschäftserwartungen stiegen dagegen", sagt ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Ihren Auftragsbestand bewerteten die Unternehmen besser – wenngleich immer noch im negativen Bereich: Der Indikator stieg seit September 2025 kontinuierlich an und erreichte im März minus 13,5 Punkte. Ähnliches gilt für die Exporterwartungen: Sie verbesserten sich zum vierten Mal in Folge gegenüber dem jeweiligen Vormonat und erreichten im März einen Wert von 30,7 Punkten.
Zudem könnte sich der Beschäftigungsabbau in den kommenden Monaten verlangsamen: Die Beschäftigungserwartungen stiegen auf minus 19,8 Punkte, von minus 44,0 Punkten im Februar. Darauf deuten auch erste Anzeichen in der amtlichen Statistik: Im ersten Quartal 2026 wurden wieder mehr neue Stellen für Berufe, die für die Autoindustrie relevant sind, bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. „Damit scheint der Rückgang an neuen Stellen, der seit 2022 zu beobachten war, zu einem Halt gekommen zu sein“, sagt Wölfl.
"Russland ist der große Gewinner des Krieges im Nahen Osten"
Russland erzielt nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer durch die faktische Sperrung der Straße von Hormus mit seinen Rohstoffexporten hohe zusätzliche Milliardeneinnahmen. Die Gewinne Russlands beim Export von Öl, Gas und Dünger beliefen sich auf monatlich mehr als zehn Milliarden Euro, teilte die Kammer mit. "Russland ist damit der große Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten", sagt Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Kammer, der Deutschen Presse-Agentur.
Russland profitiert von den gestiegenen Preisen für Rohstoffe auf dem Weltmarkt, weil es andere Exportrouten nutzt. Das alles könnte "Russland einen unverhofften Geldsegen in historischem Ausmaß bescheren", wie Schepp in Moskau sagt. Allein bei einem anhaltenden Ölpreis von etwa 100 US-Dollar kann Russland demnach mit einem Plus gegenüber dem Haushaltsplan von 71,8 Milliarden US-Dollar (62,1 Milliarden Euro) jährlich rechnen.
Broadcom liefert KI-Chips an Google
Broadcom wird für Google maßgeschneiderte Chips für Anwendungen Künstlicher Intelligenz entwickeln und liefern sowie zusätzliche Rechenkapazitäten für Anthropic bereitstellen. Das sieht eine erweiterte strategische Zusammenarbeit zwischen den drei Unternehmen vor, wie der Chiphersteller mitteilte. Danach wird er Google mit speziell angefertigten Tensor Processing Units (TPUs) sowie mit Netzwerk- und anderen Komponenten beliefern, die Google für die nächste Generation KI-Rechenzentrumsracks benötigt. Die Liefergarantievereinbarung läuft bis maximal 2031.
Anthropic soll ab 2027 Zugriff auf etwa 3,5 Gigawatt TPU-basierte Rechenkapazität erhalten, als Teil seines Engagements für mehrere Gigawatt Rechenleistung, erklärte Broadcom weiter. Die erweiterte Rechenkapazität sei "abhängig vom anhaltenden kommerziellen Erfolg von Anthropic", erklärte Broadcom. Die Vereinbarung von Broadcom, Google mit Chips zu beliefern, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Google laut "Wall Street Journal" bestrebt ist, den Markt für seine TPUs zu erweitern.
Dax kaum verändert erwartet - Anleger halten die Luft an
Der Dax wird der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit wenig Bewegung in den Handel starten. Am letzten Handelstag vor Ostern hatte der deutsche Leitindex angesichts geplatzter Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Krieges 0,6 Prozent tiefer bei 23.168,08 Punkten geschlossen. Am Montag hatten die US-Börsen angetrieben von Medienberichten, wonach die USA, der Iran und eine Gruppe regionaler Vermittler weiterhin über Bedingungen eines Waffenstillstands diskutierten, zugelegt. Entsprechende Hoffnungen wurden aber von US-Präsident Donald Trump gedämpft. Trump hatte gedroht, ohne einen Deal nach Auslaufen eines Ultimatums am Dienstagabend US-Zeit den Iran umfangreich anzugreifen.
Bei den Konjunkturdaten fühlt die Beratungsfirma Sentix den Börsianern den Puls. Experten erwarten, dass deren Konjunkturpessimismus mit Blick auf die Euro-Zone im April zugenommen hat. Das Barometer dürfte demnach auf minus 9,0 Zähler von minus 3,1 Punkten im März fallen. Im Fokus stehen auch die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor im Euroraum im vergangenen Monat.
Ölpreise reagieren auf Trump-Drohungen
Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,2 Prozent auf 111,06 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,3 Prozent fester bei 114,98 Dollar.
Beim Öl geht es nicht mehr um Angebot und Nachfrage; es geht um Fristen und Detonationen", sagt Priyanka Sachdeva von Phillip Nova in einer Research Note.. Unterdessen baue sich abseits der Schlagzeilen eine strukturelle Knappheit auf, merkt sie an. Selbst Washingtons "Energiedominanz" könne die ausgefallenen Lieferungen aus dem Nahen Osten kurzfristig nicht vollständig ausgleichen, fügt die Analystin hinzu.
Sorgen vor Eskalation im Iran-Krieg belasten Asien-Börsen
Die Sorge vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran lässt Anleger in Asien in Deckung gehen. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte das Land seine Frist für ein Abkommen nicht einhalten. "Jede Umsetzung der Drohungen, die Energieinfrastruktur des Irans ins Visier zu nehmen, würde eine erhebliche Eskalation bedeuten und das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen erhöhen, die die Energieanlagen am Golf weiter stören könnten", sagte Vasu Menon, Anlagestratege bei OCBC in Singapur.
Der Konflikt schürte Sorgen vor einer Stagflation – also einer hohen Inflation bei schwachem Wachstum. Händler rechnen nun nicht mehr mit Zinssenkungen der US-Notenbank Fed in diesem Jahr. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,2 Prozent auf 53.323,41 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix blieb fast unverändert bei 3.643,90 Zählern. Die Börse in Shanghai gewann 0,5 Prozent.
Miese Stimmung nicht nur an der Tankstelle
Das lange Osterwochenende dürfte den aufgewühlten Dax-Anlegern nur eine kleine Atempause verschafft haben. "Die Stimmung ist schlecht – an der Tankstelle wie am Aktienmarkt", sagt Helaba-Stratege Adrian Keppler. Der vom Iran-Krieg ausgehende Energiepreisschock trifft die Weltwirtschaft und beunruhigt die Investoren zunehmend. Zudem bleiben sie vor dem Hintergrund widersprüchlicher Signale von US-Präsident Donald Trump im Ungewissen. "Angesichts einer Flut von Widersprüchen ist es derzeit nicht so einfach, echte Signale von Störgeräuschen zu unterscheiden, so wie man es normalerweise erwarten würde. Die Märkte haben dadurch das Gefühl, sich auf Messers Schneide zu bewegen", sagt Mark Dowding, Anlageexperte für festverzinsliche Wertpapiere bei RBC BlueBay Asset Management.
Am Montag hatte Trump mit erneuten Drohgebärden gegenüber dem Iran aufgewartet. Trump sagte am Nachmittag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus: "Iran könnte in einer Nacht ausgeschaltet sein – und diese Nacht könnte morgen sein". Der US-Präsident bekräftigte, die iranische Regierung müsse sich bis Dienstagabend auf ein Abkommen mit den USA einlassen. Dies schürte die Befürchtung, dass es zu längeren Unterbrechungen der Ölversorgung kommen könnte. Zuvor hatten Aussagen Trumps die Investoren noch auf ein absehbares Kriegsende hoffen lassen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones verabschiedete sich daraufhin mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 46.669,88 Punkten aus dem Handel. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,4 Prozent auf 6.611,83 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,5 Prozent auf 21.996,34 Stellen an.
Solange der Ölhandel beeinträchtigt bleibt, wird laut Dowding jeder schnelle Ausweg anhaltende und ungewisse wirtschaftliche sowie geopolitische Auswirkungen haben. "Der anhaltende Konflikt im Iran und die Störungen beim Transport von Energie durch die Straße von Hormus betreffen rund 20 Prozent des weltweiten Energieangebots", fasst Tiffany Wilding, Ökonomin bei Pimco, zusammen. Dies schürte die Befürchtung, dass es zu längeren Unterbrechungen der Ölversorgung kommen könnte. Zuvor hatten Aussagen Trumps die Investoren noch auf ein absehbares Kriegsende hoffen lassen.
Die Aktienmärkte seien bislang noch vergleichsweise ruhig geblieben, da kurzfristige Lösungen eingepreist wurden und Lagerbestände die unmittelbaren Auswirkungen abfederten, sagen die Pimco-Experten. "Mit anhaltenden Unterbrechungen könnten jedoch Rezessionsrisiken, ein Rückgang der Nachfrage und steigende Anleiheprämien zunehmen", warnt Ökonomin Wilding.
Vor dem Hintergrund des veränderten Inflationsumfeldes haben sich auch die Zinserwartungen deutlich verschoben. Zu Jahresbeginn hatten Marktteilnehmer noch zwei Leitzinssenkungen der US-Notenbank Fed eingepreist. Inzwischen wird bis Ende 2026 keine Zinssenkung mehr erwartet. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer Sitzung von Mitte März, was Hinweise auf die Stimmungslage der Zentralbanker liefern dürfte.
Heute steht der PMI-Index für Dienstleistungen in Europa und für Deutschland auf dem Programm. Die ansonsten in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten aus Deutschland stammen aus dem Februar und zeichnen somit ein Bild der Lage vor Ausbruch des Krieges.
Bei den Unternehmen herrscht noch die Ruhe vor der nächsten Quartalssaison. Wie sich die höheren Energiepreise auf die Gewinnperspektiven auswirken, werde sich also erst in den kommenden Wochen zeigen, sagt die LBBW.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.