Wirtschaft

Straffe Geldpolitik angekündigt Türkische Notenbank erhöht die Zinsen

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Die Teuerung in der Türkei lag zuletzt bei mehr als 14 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zentralbank der Türkei stemmt sich gegen die Inflation. Im November betrug die Teuerung mehr als 14 Prozent. Der Kurs steht im Gegensatz zu Forderungen von Präsident Erdogan.

Die türkischen Notenbank hat den Leitzins erneut erhöht und damit auf die anhaltende hohe Inflation und den Kursverfall der Währung reagiert. Der Leitzins werde um zwei Prozentpunkte auf 17 Prozent angehoben, teilte die Zentralbank in Ankara mit. Zugleich kündigte sie eine straffe Geldpolitik an, bis starke Indikatoren auf einen dauerhaften Rückgang der Inflation deuten. Der geldpolitische Ausschuss der Bank sieht zwar seit dem dritten Quartal einerseits eine partielle Erholung der Wirtschaft und verweist auf die positiven Entwicklungen bei einem Corona-Impfstoff. Andererseits lasteten angesichts der steigenden Infizierten-Zahlen Unsicherheiten auf der Weltwirtschaft.

Im November hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angesichts der fallenden Landeswährung Lira den Notenbankchef ausgetauscht. Der neue Chef, Naci Agbal, hatte den Leitzins bereits im November deutlich um 4,75 Prozentpunkte angehoben und sich damit gegen den Währungsverfall gestellt. Die Lira erholte sich zuletzt.

Davor war die Notenbank des Landes dafür bekannt, eine straffere Geldpolitik, insbesondere in Form höherer Zinsen, so weit es geht zu vermeiden. Erdogan hatte zuvor starken Druck auf die Notenbank ausgeübt und sich immer für niedrige Zinsen ausgesprochen.

Die jährliche Inflationsrate betrug im November nach Angaben des türkischen Statistikamts 14,3 Prozent. Die türkische Lira legte nach der Entscheidung zu allen wichtigen Währungen deutlich zu. Der US-Dollar fiel im Gegenzug auf den niedrigsten Kurs seit Mitte November.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/DJ

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