Wirtschaft

Kritische Kabel-Arbeiten Tüv zweifelt an BER-Bauterminplan

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Am BER gelten die Arbeiten an Kabeln für die Notstromversorgung und die Sicherheitsbeleuchtung für kritisch.

(Foto: picture alliance/dpa)

In wenigen Monaten soll der BER fertig sein, sagt die Flughafengesellschaft. Doch der Tüv ist nicht so optimistisch. Denn auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens sind immer noch Tausende Mängel zu beheben.

Acht Jahre nach dem ersten Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen soll er in diesem Herbst offiziell fertiggestellt werden und ein Jahr später in Betrieb gehen. Das bekräftigten die Verantwortlichen nach einer Aufsichtsratssitzung. Noch sind aber mehrere tausend Mängel an Kabeltrassen zu beheben, die Brandmeldeanlage ist noch nicht fertig. Der Tüv bezweifelt, dass übergreifende Tests der Anlagen schon wie geplant im Frühsommer beginnen können.

Im BER-Terminal werden noch immer Baumängel abgearbeitet, die Flughafengesellschaft sprach am Freitag von Fortschritten. Allerdings werde Bosch die Brandmeldeanlage nicht wie geplant Anfang Februar fertigstellen, sondern im März, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Es gebe aber noch Zeitpuffer. Kritisch sind die Arbeiten an Kabeln für die Notstromversorgung und die Sicherheitsbeleuchtung, für die die Firma ROM verantwortlich ist. Es werden etwa falsche Dübel ersetzt und falsch verlegte Leitungen korrigiert - eine Aufgabe, die vor drei Jahren unter Flughafenchef Mühlenfeld als weitgehend abgeschlossen gemeldet wurde.

Lütke Daldrup sagte nun: "Das wird uns sicher noch einige Monate beschäftigen." Der Tüv rechnet nicht mit so schnellen Fortschritten wie die Betreiber, machte Flughafen-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider deutlich. Beide Seiten bewegten sich hier aber aufeinander zu.

Derweil ist unklar, ob die Lufthansa ihr Wartungsgeschäft in Schönefeld mit mehreren hundert Mitarbeitern nach Eröffnung des BER vollständig aufrechterhält. Der Konzern unterhält zwar einen neuen Hangar für kurze Wartungsarbeiten über Nacht. Für grundlegende Instandhaltungsarbeiten nutzt sie aber einen alten Hangar, der nach 2021 zugunsten eines Rollwegs abgerissen werden soll. Lütke Daldrup sagte, man halte der Lufthansa die Fläche für den Bau eines Ersatzhangars frei, sie habe bisher aber nicht angenommen. "Auf meine Fragen dazu bekomme ich derzeit keine klare Auskunft." Von der Lufthansa Technik war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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