Wirtschaft

"Frustkauf für 44 Milliarden" Twitter-Nutzer feiern, schimpfen, lachen über Musk

imago0117299230h.jpg

Musk ist für seinen schrägen, teils vulgären Humor bekannt.

(Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Elon Musk will Twitter übernehmen. Während einige deswegen die angebliche Rettung der Meinungsfreiheit feiern, beschwören andere eine Gefahr für die Demokratie herauf. Andere spotten über den reichsten Mann der Welt.

Twitter wird oft als Blase beschrieben, in der sich die Nutzer großteils mit sich selbst beschäftigen - und mit Twitter. Klar, dass die angestrebte Übernahme des sozialen Netzwerks durch den reichsten Mann der Welt am Tag nach der Vereinbarung zwischen Elon Musk und dem Twitter-Management auf der Plattform diskutiert wird, im üblichen Stil mit Humor und Häme, aber auch mit nachdenklichen Beiträgen. Während einige Nutzer den für seine Tweets teils weit unter der Gürtellinie bekannten Musk als Retter der Meinungsfreiheit feiern…

… fürchten andere, dass Hasskommentare, Falschmeldungen und politische Manipulation auf Twitter überhandnehmen könnten.

Die politische Trennlinie bei den Reaktionen ist eindeutig. Während im linken und linksliberalen Spektrum eine Gefahr für die Demokratie durch die Machtkonzentration in den Händen von Milliardären heraufbeschworen wird, …

… hoffen Rechte und Konservative in den USA, in Deutschland und anderen Ländern darauf, dass Musk eine angebliche Zensur ihres politischen Lagers beendet.

Während manche Nutzer Pläne für den Umzug in andere soziale Netzwerke ankündigen und – teils ernsthaft, teils ironisch – über mögliche und unmögliche Alternativen diskutieren, …

… üben sich andere schon einmal in sarkastisch übertriebener Unterwerfung unter den neuen Twitter-Eigner. Selbst Gott will nun Musks bester Freund sein. Er wollte "nur mal sagen, dass er Elon Musk schon immer geliebt und respektiert habe", twittert der Account @tweetofgod.

Einige, offenbar laut eigener Erkenntnis zu intensive, Twitter-Nutzer setzen geradezu darauf, dass Musk scheitert und die Plattform zerstört, um von der Social-Media-Sucht kuriert zu werden.

Offiziell hat Musk erklärt, einerseits den finanziellen Ertrag von Twitter durch Verbesserungen steigern und Gewinne erzielen zu sollen, und anderseits, das Netzwerk als offene Diskussionsplattform für die demokratische Gesellschaft stärken zu wollen. Dass das seine wirklichen Motive sind, glauben allerdings nicht alle Nutzer. Ist der Multimilliardär vielleicht einfach frustriert? Und was hat seine mutmaßliche Abweisung durch die Türsteher des Berliner Clubs "Berghain" damit zu tun?

Geteilt wie beim Rest der Twitter-Community ist auch die Meinung der Mitarbeiter über ihren neuen Boss. Der inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschiedene Gründer Jack Dorsey erklärt ausführlich, dass die Plattform zwar "im Prinzip" überhaupt niemandem gehören "will". Da das aber in der Praxis nicht so einfach ist, spricht er sich für seinen alten Freund Elon aus, als "einzige Lösung, der ich vertraue".

Mehrere Angestellte sehen das allerdings anders. Einer schreibt etwa ganz subtil, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für die Konkurrenz sei, um mit Jobangeboten an Twitter-Mitarbeiter heranzutreten.

Ein anderer fasst sich kürzer: "Feuer mich, Papa El*n"

Quelle: ntv.de, mbo

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen