Wirtschaft
Bis auf Weiteres will Twitter keine blauen Häkchen mehr vergeben. Grund dafür ist ein Vorfall, der auf der Plattform selbst große Empörung auslöste.
Bis auf Weiteres will Twitter keine blauen Häkchen mehr vergeben. Grund dafür ist ein Vorfall, der auf der Plattform selbst große Empörung auslöste.(Foto: AP)
Freitag, 10. November 2017

Blaues Häkchen für Rassisten: Twitter verifiziert vorerst keine Profile mehr

Nachdem Twitter das Profil des bekannten Rechtsradikalen verifiziert hat, hagelt es Kritik. Nun reagiert der Kurznachrichtendienst und setzt vorerst das Programm aus.

Twitter hat die Verifizierung von Nutzern ausgesetzt, nachdem die Bestätigung des Accounts eines Rassisten in den USA für einen Eklat gesorgt hatte. Am vergangenen Dienstag versah Twitter den Account eines bekannten US-Rechtsextremisten mit einem kleinen Haken. Jason Kessler, neben dessen Namen nun auch das blaue Verifizierungszeichen zu sehen ist, twittert regelmäßig rassistische Hassbotschaften.

Kessler hatte im Sommer zudem den Rechtsradikalen-Aufmarsch "Unite the Right's March" in Charlottesville (Virginia) organisiert. Dass ausgerechnet er - ein bekannter Rassist - von Twitter verifiziert wurde, löste heftige Proteste aus: Viele Nutzer verstanden die Verifizierung als Zustimmung Twitters. Andere kritisierten den Algorithmus und nannten ihn fehlerhaft.

In einem Tweet verteidigte sich der Kurznachrichtendienst damit, dass das blaue Häkchen eigentlich nur dafür gedacht sei, die Identität einer Person bei Twitter zu bestätigen. Allerdings werde das Symbol neben dem Nutzernamen oft als Zeichen für Zustimmung oder die Wichtigkeit einer Person interpretiert, räumte der Dienst ein.

"Eine Plattform für Hasskommentare"

Diese Wahrnehmung liegt auch daran, dass Twitter selbst als Hürde setzte, dass vor allem prominente Nutzer verifiziert wurden, bei denen die Gefahr gefälschter Accounts hoch ist. Eine inoffizielle Hürde ist auch, dass sie eine gewisse Anzahl Follower haben müssen. "Uns ist bewusst, dass wir selbst diese Verwirrung erzeugt haben und sie auflösen müssen", erklärte der Twitter-Support. Deswegen werde das Verfahren zunächst einmal ausgesetzt.

Als prominenter Kritiker der Verifizierung Kesslers fiel der US-amerikanische Comedian Michael Ian Black auf. In einem Tweet richtete er sich direkt an den Twitter-Chef Jack Dorsey: Das blaue Häkchen für Kesslers Account würde bestätigen, dass der Kurznachrichtendienst eine Plattform für Hasskommentare ist, so Black.

Quelle: n-tv.de

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