Wirtschaft
Die UBS bestreitet alle Vorwürfe.
Die UBS bestreitet alle Vorwürfe.(Foto: picture alliance/dpa)
Freitag, 09. November 2018

Steuerbetrug und Risikoverkäufe: UBS soll 3,7 Milliarden Euro an Fiskus zahlen

Es ist eine turbulente Woche für UBS: Während die Pariser Staatsanwaltschaft eine Rekordstrafe fordert, reicht die US-Regierung nach einem Streit eine weitere Klage gegen die Schweizer Großbank ein. Auch hier drohen Milliardenzahlungen.

Im Steuerbetrugs-Prozess gegen die Schweizer Großbank UBS in Frankreich hat die Staatsanwaltschaft eine Rekordstrafe von 3,7 Milliarden Euro gefordert. Steuerbetrug sei "nichts anderes als ein Diebstahl zum Schaden der Gemeinschaft", sagte Staatsanwalt Eric Russo vor dem Pariser Strafgericht. Die Strafe gegen Banken müsse so hoch ausfallen wie der Schaden, welcher der Gesellschaft entstanden sei.

Der Anklage zufolge soll die Bank französische Kunden dazu angestiftet haben, mehr als zehn Milliarden Euro am Fiskus vorbeizuschmuggeln. Die UBS weist den Vorwurf illegaler Geschäfte zurück. Als Reaktion auf die Forderungen der Staatsanwaltschaft kritisierte die Bank eine "irrationale Berechnung". Es gebe für die Vorwürfe zudem "keinerlei Beweis".

Das Verfahren gegen das Bankinstitut ist eines der größten Steuerbetrugsverfahren in Frankreich. Am Montag beginnen die Plädoyers der Verteidigung.

US-Regierung verklagt UBS

Derweilen gaben die US-Behörden bekannt, dass sie gegen UBS wegen des Verkaufs sogenannter hypothekenbesicherter Wertpapiere Klage eingereicht hat. Das Geldhaus habe Investoren in der Frage der Risiken getäuscht. Hintergrund sind umstrittene Wertpapiergeschäfte aus den Jahren 2006 und 2007. Zwar hat die UBS selbst keine umfangreicheren Kredite am damals überhitzten US-Immobilienmarkt vergeben. Allerdings hat sie - wie viele andere Banken auch - solche Hypotheken gebündelt und weiterverkauft.

Die US-Behörden sehen es als erwiesen an, dass die Institute mit diesen Verbriefungen maßgeblich zur weltweiten Finanzkrise beitrugen, da viele ausfallgefährdete Kredite darin enthalten waren. Als der Markt 2008 und 2009 abstürzte, wurden die komplexen Wertpapiere auf einen Schlag so gut wie wertlos und Investoren erlitten "katastrophale Verluste", erklärte die New Yorker Staatsanwaltschaft. Die UBS wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück.

Einem Insider zufolge reichte die US-Regierung Klage ein, da die UBS einen Vergleich mit einer Geldbuße von knapp zwei Milliarden Dollar abgelehnt habe. Die Bank wollte sich dazu nicht weiter äußern. Sie hatte die Klage erwartet und bereits angekündigt, sich dagegen zu wehren. Mit vielen anderen Banken hat sich das US-Justizministerium bereits auf teils milliardenschwere Vergleichszahlungen verständigt. Dazu zählen etwa die Deutsche Bank, Credit Suisse, die US-Institute Citigroup, JPMorgan, sowie die britischen Geldhäuser Royal Bank of Scotland und HSBC.

Quelle: n-tv.de