Wirtschaft

Nach Credit-Suisse-ÜbernahmeUBS wehrt sich gegen Holocaust-Klagen

11.03.2026, 08:30 Uhr
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Fürchtet, weitere Zahlungen leisten zu müssen: die UBS. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Mit der Übernahme der Credit Suisse holt sich die UBS auch deren Historie ins Haus. Bei einer Untersuchung werden neue Nazi-Verbindungen der Bank entdeckt. Die UBS versucht nun, weitere Klagen vor einem US-Gericht zu verhindern.

Die Schweizer Großbank UBS hat einen US-Richter aufgefordert, sie vor neuen Klagen im Zusammenhang mit dem Holocaust zu schützen. Diese könnten sich aus einer Untersuchung der Aktivitäten der übernommenen Credit Suisse während des Zweiten Weltkriegs ergeben.

Ein Anwalt der UBS bat den zuständigen Richter in Brooklyn um eine Klarstellung, dass ein Vergleich aus dem Jahr 1999 über 1,25 Milliarden Dollar "alle Ansprüche - vergangene, gegenwärtige und zukünftige" im Zusammenhang mit dem Holocaust abdecke.

Der Antrag erfolgte, nachdem eine 2020 von der Credit Suisse selbst in Auftrag gegebene Untersuchung weitere Verbindungen der Bank zu den Nationalsozialisten aufgedeckt hatte. Darunter waren 890 Konten mit möglichen Nazi-Verbindungen. Darunter befinden sich Konten des wirtschaftlichen Arms der Schutzstaffel (SS) Adolf Hitlers, die für zahlreiche Verbrechen der Nationalsozialisten verantwortlich war, sowie einer deutschen Rüstungsfirma.

Das Simon Wiesenthal Center, eine jüdische Menschenrechtsorganisation, widersprach dem Antrag der UBS. Eine Anwältin des Centers warf der UBS vor, die Meinungsfreiheit zu verletzen und den Vergleich nachträglich ausweiten zu wollen.

Die UBS hatte die Credit Suisse 2023 im Rahmen einer von der Schweizer Regierung arrangierten Rettungsaktion übernommen. Aus dem Vergleich von 1999 waren mehr als 458.000 Opfer des Nationalsozialismus und ihre Familien entschädigt worden. Das Geld wurde in den folgenden Jahren von einer unabhängigen Organisation an Überlebende ausgezahlt.

Quelle: ntv.de, lme/rts

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