Wirtschaft

Furcht vor Rezession US-Anleger halten sich weiter zurück

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(Foto: IMAGO/UPI Photo)

Die Furcht vor einer Rezession verdirbt an der Wall Street den Anlegern die Kauflaune. Im Technologiesektor sieht es nicht besser aus. Grund sind die geplanten Entlassungen bei Microsoft und Amazon.

Rezessionsängste haben die US-Börsen erneut ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent tiefer bei 33.044 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab ein Prozent auf 10.852 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 3898 Punkte ein.

Nasdaq Composite
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Die neuesten Konjunkturdaten zeigten eine Abschwächung im US-Wohnungsbaugeschäft - auch, wenn diese etwas weniger ausgeprägt ausfiel, als von Analysten befürchtet. "Der Wohnungsmarkt befindet sich in einer Rezession", sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Brokerhaus Oanda. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen unterdessen überraschend zurück. Dabei hatten die Anleger gehofft, dass ein sich abkühlender Arbeitsmarkt die US-Notenbank Fed zu kleineren Zinsschritten veranlasst.

"Gleichzeitig sehen die Konzernergebnisse schwach aus und deuten auf eine Rezession hin", sagte Sam Stovall, Chefanlagestratege beim Forschungsunternehmen CFRA in New York. "Es wird erwartet, dass die Firmengewinne im vierten Quartal 2022 sowie in den ersten beiden Quartalen 2023 sinken werden."

Ölpreise ziehen leicht an

Eine Rede von der Fed-Vizechefin Lael Brainard kam dagegen bei den Börsianern gut an und grenzte die Kursverluste etwas ein. Die Chancen für eine sanfte Landung der Wirtschaft stiegen offenbar, sagte die Stellvertreterin von Fed-Präsident Jerome Powell. Womöglich könne eine Rezession vermieden werden. Daten deuteten allerdings auf ein gedämpftes Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr hin. Die Investoren warten nun auf die Zahlen des Streaming-Anbieters Netflix, die nach US-Börsenschluss geplant sind. Der Finanzbericht gilt als erster Stimmungstest für die Technologiebranche in der laufenden Bilanzsaison.

Amazon
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Die Ölpreise machten unterdessen ihre Verluste vom Vormittag wieder wett. Die Nordsee-Sorte Brent zog 1,4 Prozent auf 86,19 Dollar pro Barrel (159 Liter) an. Der Preis für US-Leichtöl WTI gewann 1,1 Prozent auf 80,38 Dollar. Die Internationale Energieagentur (IEA) hält es für möglich, dass es an den Energiemärkten 2023 zu Engpässen kommt. "Wenn sich die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr erholt, wovon viele Finanzinstitute ausgehen, könnte die Nachfrage sehr stark sein und Druck auf die Märkte ausüben", sagte IEA-Chef Fatih Birol auf dem Reuters Global Markets Forum in Davos. Gleichzeitig gebe es viele Fragezeichen zur Exportfähigkeit Russlands aufgrund der Sanktionen des Westens.

Microsoft und Amazon auf Talfahrt

Bei den Einzelwerten stiegen Anleger bei großen Technologiekonzernen aus. Der Softwareentwickler Microsoft kündigte am Mittwoch den Abbau von 10.000 Stellen an, nachdem er im Oktober bereits 1000 Stellen gestrichen hatte. Auch der Online-Händler Amazon will Tausende Mitarbeiter in den USA, Kanada und Costa Rica entlassen. Die Aktien der Tech-Riesen bröckelten um 1,6 beziehungsweise 1,9 Prozent ab. Die trüben Aussichten bei den Unternehmen drückten etwa Alcoa. Die Aktien des Aluminiumherstellers fielen um 7,4 Prozent. Der Konzern erwartet, dass die Gesamtlieferungen von Aluminiumoxid in diesem Jahr zurückgehen werden.

Philip Morris
Philip Morris 96,00

Gleichzeitig trieb eine Kaufempfehlung die Philip Morris-Aktie an. Die Titel des Anbieters von Marlboro-Zigaretten stiegen an der Wall Street um 1,9 Prozent auf 101,19 Dollar. Die europäische Tabaksteuerrichtlinie sollte für das Unternehmen günstiger sein als bisher angenommen, schrieben Experten der US-Investmentbank Jefferies, und setzten die Titel auf "Buy" von zuvor "Hold". Auch das Kursziel wurde auf 118 von 86 Dollar angehoben.

Quelle: ntv.de, jpe/rts

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