Wirtschaft

Ölpreis erholt sich vom EinbruchUS-Anleger warten nervös auf neue Arbeitsmarktzahlen

08.01.2026, 23:21 Uhr
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Neben Krankenversicherern waren auch Rüstungsunternehmen gefragt. (Foto: REUTERS)

Die US-Börsen finden keine gemeinsame Richtung. Neben den anstehenden Arbeitsmarktdaten blicken die Anleger auf innenpolitische Entwicklungen. So lässt die mögliche Wiedereinführung von Krankenversicherungszuschüssen die Aktien von Unitedhealth und anderen Branchenschwergewichten steigen.

Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Dezember haben die US-Börsen uneinheitlich geschlossen. Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,6 Prozent auf 49.266 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab indes 0,4 Prozent auf 23.480 Zähler nach. Der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 6921 Stellen.

Experten gehen davon aus, dass in den USA im Dezember 60.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden, 64.000 waren es im November. Der am Mittwoch veröffentlichte Bericht der privaten Arbeitsagentur ADP war überraschend schwach ausgefallen. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stieg laut Daten vom Donnerstag moderat an. "Beide Datensätze deuten auf eine Abschwächung des Arbeitsmarktes hin, und genau das sorgt dafür, dass die Marktteilnehmer mit Blick auf die am Freitag anstehenden offiziellen Daten etwas besorgt sind", sagte Sam Stovall, Chefstratege beim Analysehaus CFRA.

Am Ölmarkt legten die Preise nach dem jüngsten Rücksetzer kräftig zu. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich um jeweils rund 4,5 Prozent auf 62,83 beziehungsweise 58,54 Dollar je Fass (159 Liter). Ein überraschender Rückgang der US-Rohölbestände in der Woche bis zum 2. Januar reduzierte die Überangebotssorgen der Investoren etwas. Die Aussicht auf eine höhere venezolanische Rohölproduktion nach der Gefangennahme des Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA hatte die Preise zuletzt unter Druck gesetzt. Brent und WTI verbilligten sich an den vergangenen beiden Handelstagen um jeweils rund drei Prozent.

Trumps Pläne befeuern Rüstungssektor

Im Rampenlicht bei den Einzelwerten standen Aktien aus dem Rüstungssektor. US-Präsident Donald Trump hatte eine massive Aufstockung des US-Militärbudgets auf 1,5 Billionen Dollar für das Jahr 2027 gefordert. Papiere von Kratos Defense stiegen um 13,8 Prozent, Lockheed Martin um 4,3 und Northrop Grumman um 2,4 Prozent. "Der Verteidigungshaushalt wächst eher noch", sagte Joe Saluzzi vom Broker Themis Trading. "Sicher gibt es von Seiten der Regierung etwas mehr Druck, Dinge auf eine bestimmte Weise umzusetzen, doch für Anleger spielt das derzeit anscheinend keine Rolle." Trump hatte zuvor auch angekündigt, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen in der Rüstungsbranche einen Riegel vorschieben zu wollen, um Investitionen in Produktionsanlagen nicht zu bremsen.

Bei anderen Einzelwerten beflügelte die Hoffnung auf eine Wiedereinführung von Subventionen für die Krankenversicherung die Aktien der Anbieter. Elevance Health, Centene, Cigna, Unitedhealth und Molina Healthcare legten zwischen 1,2 und vier Prozent zu. Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf der Demokraten zur Wiedereinführung ausgelaufener Subventionen für die Krankenversicherung vorangetrieben. Die Zuschüsse verbilligen die Beiträge für 24 Millionen Amerikaner, die ihre Versicherung über das als Obamacare bekannte Gesetz "Affordable Care Act" beziehen. Die bisherigen Subventionen waren Ende 2025 ausgelaufen.

Gefragt waren auch die Aktien des "Corona"-Bier-Anbieters Constellation Brands, die nach überraschend starken Zahlen 5,3 Prozent zulegten. Ford stiegen um 4,7 Prozent, nachdem das Analysehaus Piper Sandler die Papiere des Autobauers von "neutral" auf "übergewichten" hochgestuft hatte. Um 14 Prozent nach unten ging es für Vanda. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte die Zulassung des Schlafmittels Hetlioz zur Behandlung von Jetlag abgelehnt.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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