Wirtschaft

Trendwende am Jobmarkt? US-Arbeitslosenquote stagniert

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Kommt der Wirtschaftsaufschwung in den USA unter Präsident Trump zum Halten?

(Foto: REUTERS)

Monat für Monat liefert der "Job Report" Anhaltspunkte zur Lage im Inneren der weltgrößten Volkswirtschaft. Die jüngsten Daten enthalten beunruhigende Signale: Der Stellenaufbau schwächt sich ab, die Erwerbslosenquote tritt auf der Stelle.

Der Job-Boom schwächt sich ab: In den Vereinigten Staaten sind im vergangenen Monat deutlich weniger neue Stellen entstanden als von Experten prognostiziert. Der Beschäftigungsaufbau der US-Wirtschaft fiel mit plus 103.000 neuen Arbeitsplätzen schwächer aus als erwartet. Experten hatten im Schnitt mit 178.000 neuen Stellen gerechnet. Der schwankungsanfällige Bereich der Landwirtschaft ist dabei in beiden Zahlen nicht enthalten.

Die Arbeitslosenquote - die wichtigste Richtschnur zur Orientierung - verharrte im März bei 4,1 Prozent, wie aus dem offiziellen Bericht der US-Regierung zur Lage am Arbeitsmarkt hervorgeht. Die im Vorfeld befragten Ökonomen waren hier von einem weiteren Rückgang auf 4,0 Prozent ausgegangen.

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Parallel zum sogenannten Job Report veröffentlichte das US-Arbeitsministerium auch weitere Kennzahlen zur Wirtschaftslage: Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich demnach gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, wodurch die Jahresrate auf 2,7 (2,6) Prozent stieg. Erwartet worden war ein monatlicher Lohnzuwachs von 0,2 Prozent.

An den Märkten reagierte der Euro mit kräftigen Kursausschlägen auf die Daten. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag nach der Veröffentlichung des Job Reports 1,2270 US-Dollar. Im Vormittagshandel war der Euro noch zeitweise bis auf 1,2215 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,2234 (Donnerstag: 1,2260) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8174 (0,8157) Euro.

Trump-Effekt überschattet Job-Daten

Im Aktienhandel blieben die Bewegungen zunächst verhalten: Der Dax schloss am Abend 0,5 Prozent im Minus bei 12.241 Punkten. In New York eröffneten die US-Börsen moderat im Minus. Die Daten aus dem Job Report spielen an den Märkten nicht nur als Indikatoren zur Wirtschaftslage eine Rolle. Analysten durchforsten das Zahlenwerk auch nach Hinweisen zur künftigen Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Ein starker Anstieg der Stundenlöhne etwa wirkt sich verschärfend auf die Inflationserwartungen aus, was wiederum ein größeres Tempo bei den Zinsanhebungen nahelegt.

Ökonomen erklärten die Reaktionen am Markt auch mit saisonalen Sondereffekten - die allerdings auch schon den Erwartungen der im Vorfeld befragen Analysten eine Rolle gespielt haben dürften. Die "verhältnismäßig magere Zahl neu geschaffener Stellen" sei nicht etwa auf die laufende Zolldiskussion zurückzuführen, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, "sondern vielmehr auf die frostigen Temperaturen im März."

Konjunkturrisiko Handelsstreit

Anzeichen für eine Trendwende am Arbeitsmarkt sind demnach noch nicht zu erkennen. Im April erwartet Gitzel sogar wieder ein Anziehen am Arbeitsmarkt. "Die Zuversicht beruht vor allem darauf, dass die aktuelle Diskussion um Strafzölle bei US-Unternehmen weit weniger für Verunsicherung sorgt, als dies etwa bei europäischen Unternehmen der Fall ist."

Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, weitere Strafzölle auf chinesische Importe prüfen zu lassen, sorgte zusätzlich für Verunsicherung. Trump begründete seine Pläne mit "unfairen Vergeltungsmaßnahmen Chinas". Das chinesische Handelsministerium teilte daraufhin mit, man werde "umfassende Gegenmaßnahmen" ergreifen.

Quelle: n-tv.de

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