Wirtschaft

1,76 Millionen neue Jobs US-Arbeitsmarkt erholt sich weiter

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Obwohl die Arbeitslosenquote sinkt, befinden sich die USA weiter in einer schweren Wirtschaftskrise.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Corona-Schock und Massenarbeitslosigkeit im Frühjahr geht die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten weiter zurück: Zwar stellten im Juli erneut mehr als eine Million US-Bürger einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe - allerdings wurden auch mehr als 1,7 Millionen neue Jobs geschaffen.

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juli etwas stärker erholt als gedacht. Es wurden 1,763 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, wie die Regierung mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit 1,6 Millionen gerechnet. Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote fiel auf 10,2 Prozent. Hier war nur ein Rückgang auf 10,5 Prozent erwartet worden nach 11,1 Prozent im Juni.

Damit macht der Arbeitsmarkt wieder Boden gut nach den Entlassungswellen, die in der Corona-Krise im Frühjahr Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen ließen. Die Arbeitslosenquote war wegen der Corona-Krise, die weite Teile des Wirtschaftslebens stilllegte, im April auf über 14 Prozent gestiegen. Im Mai fiel sie auf 13,3 Prozent, im Juni dann überraschend deutlich auf 11,1 Prozent. Die Quote für Juli bildet wegen der üblichen verzögerten Datenerhebung nur die Lage am Arbeitsmarkt bis Mitte des Monats ab.

Trotz der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung in den USA ist die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin sehr gespannt. In der Woche bis einschließlich 1. August etwa stellten rund 1,2 Millionen Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie Daten vom Donnerstag zeigten. Auch in den Vorwochen lag die Zahl der Neuanträge deutlich über einer Million.

Corona-Hilfen laufen aus

Die Anträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts und zeigen, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft weiterhin in einer schweren Krise befindet. Vor der Pandemie war die Zahl der Neuanträge selten über 100.000 gestiegen. Angesichts einer rasanten Zunahme der Neuinfektionen in Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes - in denen rund ein Drittel der Bevölkerung lebt - geriet die wirtschaftliche Erholung zuletzt wieder ins Stocken.

Ein Verharren der Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau wäre vor allem deshalb besorgniserregend, weil eine zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März Ende Juli ausgelaufen ist. Das Wegfallen der Hilfe dürfte Millionen Amerikaner schwer treffen und die Konjunktur insgesamt belasten - zumal der Verbrauch einen großen Teil der Wirtschaftsleistung ausmacht. Demokraten, Republikaner und Regierung wollten im Laufe des Tages erneut über ein weiteres Konjunkturpaket verhandeln, das auch die großzügige Arbeitslosenhilfe erneuern soll.

US-Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, hofft auf eine rasche Erholung der Wirtschaft. Die meisten Analysten sehen dies jedoch wegen der anhaltenden Pandemie deutlich skeptischer. Auch die US-Notenbank Federal Reserve geht wegen der Pandemie nicht mehr von einer sehr raschen Erholung aus.

Quelle: ntv.de, jug/rts/dpa